Samstag, 21. September 2019

Vorsprung eingebüßt Toyota verliert Status als Technikstar

Toyota Prius C concept car: Austellungsstück auf der Motorshow in Detroit

Trotz des Hybrid-Erfolgsmodells Prius: Toyota hat nach Meinung von Experten seinen Nimbus als Technologieführer verloren. Star der Szene soll Volkswagen sein. Immerhin scheint das japanische Unternehmen seine Werke in Europa wieder zum Laufen zu bekommen.

Hamburg - Hybridantriebe, Baukastensysteme, intelligentes Fernlicht: Im Wettbewerb um die Führungsrolle bei umweltfreundlichen Antrieben, Produktionsverfahren und neuen Sicherheitstechnologien liegt Volkswagen weiter vorn. Europas Branchenprimus konnte seine Innovationsstärke nach einer Analyse des Autoexperten Stefan Bratzel im Modelljahr 2010/2011 festigen und den globalen Spitzenrang halten.

Bei den schärfsten Konkurrenten um Platz eins im weltweiten Autogeschäft kam es dagegen zu Verschiebungen, berichtete Bratzel am Dienstag. Während dem US-Rivalen General Motors der Sprung von der sechsten auf die dritte Position gelang, rutschte Toyota als derzeit größter Autohersteller der Welt vom zweiten auf den achten Rang ab.

Der japanische Konzern bewältigt allerdings Schritt für Schritt die Produktionsprobleme infolge der Erdbebekatastrophe in Japan. Der Konzern fährt nach eigenen Angaben bald seine Produktion in Europa hoch: Ab Juni sollten alle Werke auf dem Kontinent wieder volle Leistung fahren, teilte Toyota Deutschland am Dienstag in Köln mit. Die Kunden könnten deshalb bald wieder von normalen Lieferzeiten ausgehen. Als Folge der Erdbeben-Katastrophe in Japan waren auch in den europäischen Werken die Zulieferteile knapp geworden. Deshalb hatte Toyota im April und Mai die Produktion an fünf Standorten gedrosselt. Die Auswirkungen machten sich inzwischen auch beim Absatz bemerkbar, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Im April seien in Europa nach vorläufigen Berechnungen knapp 70.000 Autos der Marken Toyota und Lexus an die Händler geliefert worden, in den vorherigen drei Monaten waren es durchschnittlich jeweils 75.000 Stück. Allerdings lägen die April-Zahlen trotzdem noch höher als im Vorjahresmonat.

Jetzt könne Toyota in Europa schneller als erwartet auf das alte Produktionsniveau zurückkehren: "Die Zulieferer haben sich sehr ins Zeug gelegt", sagte die Sprecherin. Zurzeit müssten Autokäufer noch mit ungefähr einem Monat Lieferzeit mehr rechnen. "Es wird natürlich noch eine Weile dauern, bis das wieder aufgeholt ist." Die Werke in Wales, Polen, der Türkei und in England sollten im Laufe des Juni wieder auf Normalniveau kommen, ein Werk in Frankreich habe seine reguläre Produktion am Montag wieder aufgenommen.

In der vergangenen Woche hatte der Konzern angekündigt, dass auch die Fabriken in den USA in Kürze wieder Fahrt aufnehmen sollen. Ab Juni dürften die Werke demnach ihre Produktion von jetzt 30 auf dann 70 Prozent ihrer Kapazität anheben. Auch in den japanischen Werken will Toyota im Juni wieder auf 70 Prozent kommen.

kst/dpa-afx/rtr

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