Rückschlag Saab-Hilfe aus China geplatzt

Der millionenschwere Einstieg des chinesischen Autobauers Hawtai beim schwer angeschlagenen Konkurrenten Saab ist geplatzt. Das Unternehmen wollte den Schweden eigentlich rund 150 Millionen Euro bereitstellen - nun droht der ehemaligen GM-Tochter die Insolvenz.
Saab: Ringen um frisches Geld

Saab: Ringen um frisches Geld

Foto: JOHN GRESS/ REUTERS

Den Haag - Die zwei Wochen alte Vereinbarung mit dem chinesischen Autokonzern Hawtai sei wieder aufgehoben worden, teilte Saabs niederländische Muttergesellschaft Spyker Cars mit. Zur Begründung hieß es, der chinesische Hersteller habe nicht die nötigen Freigaben für das Geschäft bekommen.

Das chinesische Unternehmen wollte 150 Millionen Euro in Saab investieren und einen Anteil von knapp 30 Prozent an dem Autobauer übernehmen. In Schweden waren zuletzt aber Zweifel an der Solidität von Hawtai aufgekommen.

Spyker spreche nun mit weiteren Investoren, heißt es in Medienberichten. Der umstrittene russische Investor Wladimir Antonow will trotz des geplatzten Hawtai-Einstiegs weiterhin in Saab investieren. Auf seiner Twitter-Seite deutete Antonow an, dass Hawtai bei Saab offenbar nicht völlig aus dem Rennen ist: "Ich möchte von unverantwortlichen Leuten gerne wissen, warum etwas wirklich Falsches zu den Medien durchsickert", schrieb Antonow heute vormittag.

Einem Antonow-Sprecher zufolge will der russische Millionär weiterhin in Saab investieren. Ende April kündigte Antonow an, dass er 30 Millionen Euro in den Saab-Eigentümer Spyker stecken wolle. Antonow würde so zum Teil-Eigentümer von Saab werden. Bisher wurden die Pläne allerdings von der Europäischen Investmentbank EIB blockiert, die für die Freigabe des Geldes harte Bedingungen gestellt hat. Die Verhandlungen mit der EIB über einen Einstieg von Antonow dauern weiter an.

Saab, einst Tochter des US-Autokonzerns General Motors (Kurswerte anzeigen), gehört seit Januar 2010 dem niederländischen Sportwagenhersteller Spyker. Der scheiterte aber an der Finanzierung des schwedischen Konzerns. Anfang April muss Saab die Produktion einstellen, nachdem Zulieferer aufgrund unbezahlter Rechnungen die Zusammenarbeit einstellten. Die Spyker-Aktie fiel zu Handelsbeginn am Donnerstag in Amsterdam um 7,9 Prozent auf 1,76 Euro.

mg/wed/afp/dpa-afx/dapd
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