Glasdach und Steckdosen Nissan baut New Yorks Yellow Cabs

Die legendären gelben New Yorker Taxis werden künftig alle von Nissan gestellt. Der japanische Autobauer überzeugte Bürgermeister Michael Bloomberg mit komplett verglasten Dächern, Steckdosen und Airbags für die Fahrgäste.
Nissans Yellow Cab: Der japanische Autobauer konnte sich in einem zweijährigen Auswahlprozess gegen Ford und den türkischen Autobauer Karsan durchsetzen

Nissans Yellow Cab: Der japanische Autobauer konnte sich in einem zweijährigen Auswahlprozess gegen Ford und den türkischen Autobauer Karsan durchsetzen

Foto: Reuters / City of New York

New York - Der japanische Autobauer Nissan schloss mit der Stadt für die kommenden zehn Jahre einen Liefervertrag für Taxis ab, wie New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg mitteilte. Ab Ende 2013 werden die Taxiunternehmen der Millionenmetropole ihre Fahrgäste dann in einer gelben Version des Nissan-Minibusses NV200 zum Ziel kutschieren.

Der Wagen sei "das erste speziell für New York gebaute Taxi und wird das exklusive Taxi der Stadt für ein Jahrzehnt", erklärte der Bürgermeister. Das "Yellow Cab" von Nissan wurde auf die Bedürfnisse von New Yorker Taxi-Kunden zugeschnitten: Es bietet Steckdosen zum Aufladen von Mobiltelefonen und dank komplett verglaster Autodächer einen freien Blick auf die Wolkenkratzer. Serienmäßig mit dabei sind auch Airbags für die Fahrgäste.

Pro Tag steigen in New York rund 600.000 Menschen in ein Taxi. Bislang hatten die Autohersteller Ford, Toyota, Volkswagen und Nissan diesen Markt unter sich aufgeteilt. "Nissan ist stolz, die nächste Generation Taxis für die Stadt New York zu liefern", erklärte Nissan-Vizechef Carlos Tavares. Im Wettbewerb um das "Taxi von morgen" habe sich das Unternehmen in einem mehr als zweijährigen Auswahlprozess gegen den US-Konkurrenten Ford und den türkischen Autobauer Karsan durchgesetzt. Zum Einsatz kommen sollen die neuen Taxis ab Ende 2013, dann werden sie nach und nach die derzeitige Flotte ersetzen.

Auch Elektromodelle sollen getestet werden

Der Vertrag umfasst einen Fuhrpark von 13.000 Autos bei einem Katalogpreis von 29.000 Dollar (19.600 Euro) pro Fahrzeug. Über das tatsächliche Vertragsvolumen schwiegen sich Stadt und Hersteller allerdings aus. Gebaut werden sollen die Taxis in Mexiko.

Gemeinsam mit der Stadt und den Taxiunternehmen will Nissan nach eigenen Angaben auch den Einsatz von Elektrofahrzeugen testen. Dazu werde der Konzern bis zu sechs Modelle seines Elektroautos Leaf liefern, die 2012 zusammen mit Ladestationen im Stadtverkehr getestet werden könnten.

Die Stadt New York habe die Vereinheitlichung der Taxi-Modelle vorangetrieben, um die Verhandlungsmöglichkeiten in diesem Bereich voll ausschöpfen und das Auto mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis bekommen zu können, sagte Bürgermeister Bloomberg. Mit dem von Nissan gelieferten Wagen könnten die Betriebskosten der Taxen "auf spektakuläre Weise" gesenkt werden.

Im Vergleich zu der Limousine Ford Crown Victoria, einem der derzeit häufigsten Taxi-Modelle auf New Yorks Straßen, verbrauche der Nissan-Minibus deutlich weniger Benzin. Das künftige Taxi werde "das sicherste, das komfortabelste und das praktischste, das die Stadt jemals hatte", sagte Bloomberg.

Für Nissan ist der Exklusivvertrag mit den das New Yorker Stadtbild prägenden gelben Taxen eine der größten Werbeaktionen schlechthin. Hinzu kommt die in der Metropole stark präsente Filmindustrie, die das "Taxi von morgen" sicherlich auch für die Nachwelt festhalten wird.

mg/afp
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