Donnerstag, 22. August 2019

13-Jahres-Rekord Ford feiert furioses Comeback

Neuer Glanz: Bei Ford sprudeln wieder die Gewinne

Ford geht es so gut wie lange nicht. Der kürzlich noch schwer angeschlagene US-Autobauer verdiente im ersten Quartal soviel wie seit 1998 nicht mehr, vor allem kleine Autos verkauften sich gut. Der Konzern rechnet damit, dass sich der heimische Automarkt weiter erholt. Auch in Europa läuft das Geschäft.

Dearborn - Eine unerwartet starke Nachfrage nach sparsameren Modellen wie dem Fiesta hat dem US-Autobauer Ford den höchsten Quartalsgewinn seit mehr als einem Jahrzehnt beschert. Die guten Geschäfte vor allem auf dem Heimatmarkt trieben den Gewinn um mehr als 20 Prozent auf 2,55 Milliarden Dollar in die Höhe, wie Ford mitteilte.

Dies war deutlich mehr als von Experten erwartet und auch der Umsatz legte überraschend kräftig zu. Im Schlussquartal 2010 hatte Ford Börsen-Chart zeigen die Prognosen noch klar verfehlt. Der Konzern hielt zudem trotz der Auswirkungen der Bebens in Japan auf die weltweite Autoproduktion an seinen Vorhersagen für den Absatz der Branche in den USA fest. Die Ford-Aktie stieg vorbörslich um 3,5 Prozent.

Der Nettogewinn war der höchste in einem Quartal bei Ford seit 1998. Pro Aktie verdiente der Konzern 61 Cent. Analysten hatten 50 Cent erwartet. Der Umsatz kletterte um rund fünf Milliarden auf 33,1 Milliarden Dollar - erwartet worden waren 29,7 Milliarden.

Ford rechnet zudem weiter damit, dass die Branche auf dem wichtigen US-Markt 2011 13 bis 13,5 Millionen Fahrzeuge verkauft wird. Allerdings seien die steigenden Preise für Öl und andere Rohstoffe eine Herausforderung für das Wachstum, erklärte der Konzern. Die Bebenkatastrophe in Japan werde die Produktion in der Branche wohl auf kurze Sicht abschwächen. Dies dürfte aber Ende 2011 und 2012 wieder wettgemacht werden.

In Indien explodiert der Absatz

Insgesamt verkaufte Ford im ersten Quartal weltweit mit rund 1,4 Millionen Fahrzeugen 150.000 Autos mehr als vor Jahresfrist. In den USA stieg der Absatz um rund 16 Prozent. Dies sei auf die starke Nachfrage nach verbrauchsärmeren Modellen wie Fiesta oder Fusion zurückzuführen, hieß es.

In China stieg der Absatz um 18 Prozent, in Indien gar um 115 Prozent. Schon Anfang April hatten die US-Autobauer erklärt, wegen der im Zuge der Unruhen in Nahost und Nordafrika gestiegenen Öl- und Spritpreise hätten sich die US-Bürger wieder stärker für kleinere Autos mit geringerem Benzinverbrauch interessiert.

Ford hatte im März den heimischen Rivalen General Motors Börsen-Chart zeigen beim US-Absatz erstmals wieder überholt. Vor zwei Wochen hatte Ford mitgeteilt, Lieferengpässe in Folge des Bebens in Japan könnten Produktion und Gewinn des Konzerns beeinträchtigen. Vor allem von Ende April bis Mai sei damit zu rechnen, dass nicht genügend Nachschub an Bauteilen aus Japan geliefert werde. Erhebliche Auswirkungen auf die Ergebnisse würden aber nicht erwartet.

Mitte April hatte Ford zudem mitgeteilt, der Rückruf seines US-Verkaufsschlagers F-150 müsse von 140.000 auf fast 1,2 Millionen der Pickup-Trucks ausgeweitet werden. Grund ist die Möglichkeit von Kurzschlüssen an, die den Airbag auslösen könnten.

nis/rtr/dpa

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