Nothilfe fließt nicht Für Saab wird es immer enger

Die Lage beim schwedischen Autobauer Saab spitzt sich zu. Der Notkredit eines russischen Investors ist blockiert, weil die Europäische Investitionsbank dadurch ihr eigenes Hilfsengagement berührt sieht. Die Produktion in Trollhättan ruht weiter - mit jedem Tag wächst die Insolvenzgefahr.
Probleme über Probleme: Saab-Investor Victor Muller im Werk Trollhättan, als die Produktion dort noch lief

Probleme über Probleme: Saab-Investor Victor Muller im Werk Trollhättan, als die Produktion dort noch lief

Foto: Björn Larsson Rosvall/ dpa

Stockholm - Die Überlebenschancen für den Autohersteller Saab haben sich über Ostern massiv verschlechtert. Nach fast drei Wochen Produktionsstillstand wegen Geldmangels konnte das schwedische Unternehmen auch zum Wochenauftakt nicht die erhoffte Nothilfe über 270 Millionen Kronen (30,4 Millionen Euro) des russischen Finanziers Wladimir Antonow für unbezahlte Rechnungen einsetzen.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat nach Angaben eines Antonow-Sprechers für die Freigabe des Geldes so harte Bedingungen gestellt, dass das Ziel dahinter "wohl eher ein Saab-Konkurs ist". Saab benötigt die Zustimmung der EU-Bank, weil diese einen Kredit über vier Milliarden Kronen für die langfristige Modellentwicklung gewährt hat.

Von diesem Betrag will die EIB nach Saab-Angaben jetzt 3,6 Milliarden Kronen binnen 90 Tagen zurück. Das chronisch mit Verlust operierende Unternehmen war im letzten Jahr vom US-Konzern General Motors  (GM) an den sehr kleinen niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars verkauft worden.

Im letzten Jahr liefen im Saab-Stammwerk Trollhättan nur noch 32.000 Autos vom Band. Jeder Tag ohne Produktion erschwere das Überleben erheblich, sagte ein Unternehmenssprecher am Ostermontag in Medien. Aufgrund der EIB-Forderungen sei unklar, wann die Produktion wieder angefahren werden könne. Saab beschäftigt 3.700 Mitarbeiter.

Der heimische Rivale Volvo zeigt unterdessen kein Interesse an einer Übernahme von Saab. Ein Volvo-Sprecher hatte am Freitag einen Medienbericht zurückgewiesen, mit der schwedischen Regierung Gespräche über ein mögliche Offerte geführt zu haben.

nis/dpa-afx/rtr
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