Dienstag, 26. Mai 2020

Folge des Erdbebens VW könnte Toyota schon 2011 überholen

Aus der Bahn geworfen: Erdbeben und Reaktorunfall bremsen Toyota

Toyotas Rang als weltgrößter Autobauer ist akut in Gefahr. Aufgrund der Erdbeben- und Nuklearkatastrophe dürften General Motors und Volkswagen den japanischen Hersteller in diesem Jahr überflügeln. Auch Honda und Nissan leiden massiv, wie die jüngsten Produktionszahlen belegen.

Tokio - Die Erdbebenkatastrophe in Japan bringt den weltweiten Spitzenplatz des Autobauers Toyota in Gefahr. Wegen der gewaltigen Produktionsausfälle droht der Konzern in diesem Jahr deutlich zurückzufallen und von General Motors (GM) und Volkswagen überrundet zu werden.

Analyst Koji Endo von Advanced Research Japan geht davon aus, dass GM Börsen-Chart zeigenmit einer Produktion von über acht Millionen Fahrzeugen den ersten Rang übernimmt, VW mit rund sieben Millionen Autos zur Nummer zwei wird und Toyota Börsen-Chart zeigen auf den dritten Platz abrutscht. Damit hätte Europas größter Autobauer Toyota schneller überholt als geplant. Ziel des Wolfsburger Konzerns war bisher, die Japaner bis 2018 vom Thron zu stoßen.

Seit 2008 kann sich Toyota auf die Fahnen schreiben, der weltgrößte Autobauer zu sein. Im vergangenen Jahr verkauften die Japaner 8,42 Millionen Autos, GM 8,39 Millionen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen 7,2 Millionen.

Wegen fehlender Teile und unterbrochener Stromversorgung kam Toyota im März auf nur gut ein Drittel der üblichen Produktion. In Japan baute Toyota lediglich 129.491 Autos - 62,7 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Es war der schwächste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen 1988, wie ein Sprecher am Montag erläuterte.

Weltweit ging die Produktion um knapp 30 Prozent auf 542.465 Fahrzeuge zurück. Jüngsten Angaben zufolge rechnet der Autobauer erst zum Jahresende mit einer Rückkehr der Produktion auf ein normales Niveau.

Konkurrent Nissan Börsen-Chart zeigen kam im selben Zeitraum mit rund 48.000 in Japan zusammengebauten Autos im Vergleich zum Vorjahresmonat auf ein Minus von 52,4 Prozent. Bei Honda Börsen-Chart zeigen liefen mit rund 35.000 Fahrzeugen im März 62,9 Prozent weniger Autos vom Band als noch vor einem Jahr. Bis Ende Juni werde die Fertigung sich auf lediglich die Hälfte der ursprünglichen Pläne belaufen. Von den Bändern aller japanischen Autobauer sind in deren Heimat im März weniger als halb so viele Autos vom Band gelaufen wie noch vor einem Jahr.

Zu schaffen machen den Autobauern vor allem Engpässen bei den Zulieferfirmen in der nordostjapanischen Region Tohoku. Dort waren durch die Naturkatastrophen zahlreiche Fabriken von Zulieferern beschädigt oder zerstört worden.

nis/rtr/afp

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