Dienstag, 26. Mai 2020

Wiederaufbau Toyota produziert erst am Jahresende wieder voll  

Toyota-Chef Akio Toyoda: Hohe Produktionsausfälle in Japan

Überflutete Fabriken, fehlender Nachschub: Der zähe Neustart der Produktion wird für Toyota bedrohlicher. Schon jetzt muss das Unternehmen einen Produktionsrückstand von 500.000 Autos verkraften. Und Firmenchef Akio Toyoda fürchtet, dass der sogar bis zum Jahresende weiter stark anschwillt.

Hamburg - Toyota will bis zum Jahresende wieder sein normales Produktionsniveau erreichen. Die nach dem verheerenden Erdbeben heruntergefahrene Fertigung werde im Juli in Japan und im August im Ausland anziehen, kündigte der weltweite Branchenprimus am Freitag an. Im November oder Dezember würden die Produktionsstätten wohl wieder voll ausgelastet sein.

"Mit diesen vielen Nachbeben, inklusive dem aus der vergangenen Nacht, mussten wir bei einigen Reparaturarbeiten viele Male wieder bei Null anfangen", sagte Konzernchef Akio Toyoda. Der Produktionsrückstand seit der Naturkatastrophe am 11. März ist gewaltig: Nach Unternehmensangaben wird er sich Ende April weltweit auf rund 500.000 Fahrzeuge belaufen.

An der Börse gibt es allerdings Hoffnungen, dass Toyota rascher zur Normalität zurückfindet. "Nach dem, was wir direkt von den Unternehmen hören, sieht es danach aus, dass sich die Erholung schneller entwickelt als viele denken", sagte Investor Tetsuro Ii von Commons Asset Management. "Toyota könnte seine Produktion sogar schneller wieder aufnehmen, als sie mitgeteilt haben." Zusätzlich geschürt wurden diese Erwartungen durch den Chip-Hersteller und Autozulieferer Renesas. Dieser hatte mitgeteilt, die Produktion in einem Werk früher als geplant wieder aufzunehmen.

Außerdem teilte Toyota am Donnerstag mit, 308.000 Geländewagen in den USA und Kanada zurückzurufen. Als Grund wurden Probleme mit dem Airbag genannt.

kst/rtr

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