Erdbeben-Folgen Toyota drosselt China-Produktion

Erst die USA und Europa, nun China: Der japanische Autobauer Toyota muss wegen der anhaltenden Lieferengpässe infolge des Erdbebens auch seine Produktion in China herunterfahren. Zudem muss die Fertigung in den USA noch weiter reduziert werden.
Toyota-Produktion in Japan: Der weltgrößte Autobauer leidet erheblich unter den Folgen des Erdbebens

Toyota-Produktion in Japan: Der weltgrößte Autobauer leidet erheblich unter den Folgen des Erdbebens

Foto: Toru Hanai/ REUTERS

Shanghai/Erlanger - Bis zum 3. Juni würden die Autowerke in China auf halber Leistung laufen, gab Toyota bekannt. "Im Extremfall könnten die Produktionsraten auf 30 Prozent angepasst werden", hieß es. Zudem soll die Sommerpause auf Ende April oder Anfang Mai vorgezogen werden. Der Produktionsplan soll dann nach dem 6. Juni wieder aktualisiert werden.

Am Tag zuvor hatte Toyota  bereits davor gewarnt, der Konzern müsse möglicherweise seine Geschäftsziele in den USA senken. Dafür wolle der Weltmarktführer zunächst in den kommenden Wochen die weitere Entwicklung in Japan beobachten.

In Nordamerika muss der Konzern seine Fertigung wegen fehlender Teile aus Japan noch weiter herunterschrauben als bisher. Montags und freitags bleiben die Fabriken wie gehabt geschlossen; zusätzlich laufen sie auch am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag nur auf halber Kraft. Eine Woche lang stehen die Bänder sogar komplett still. Die Einschränkungen gelten vom 26. April bis zum 3. Juni. Danach wird erneut entschieden. "Wir versuchen, die Produktion so weit wie möglich aufrecht zu erhalten", sagte Toyota-Manager Steve St. Angelo.

Das Erdbeben vom 11. März und seine Folgen hatten den weltgrößten Autohersteller hart getroffen. Erst in dieser Woche war die Fertigung an allen Standorten in Japan wieder angelaufen, allerdings vorerst nur mit halber Auslastung. Es fehlen immer noch Teile von Zulieferern. Toyotas eigene Komponentenwerke fielen ebenfalls zwischenzeitlich aus. Deshalb ruckelt es auch bei den Fabriken im Ausland.

Die Toyota-Standorte außerhalb Japans erhalten zwar die meisten Teile von Zulieferern in der Region, doch einige wichtige Komponenten wie die Elektronik beziehen sie weiterhin aus dem Heimatland. Auch in Europa musste der Konzern seine Fertigung drosseln. Toyota Deutschland warnte bereits vor Lieferengpässen bei Neufahrzeugen.

mg/rtr/dpa-afx

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