Daimler-Hauptversammlung Zetsches wichtigste Baustellen

Daimler-Chef Dieter Zetsche will heute auf der Hauptversammlung in Berlin einen Ausblick auf das laufende Jahr geben. Die Prognose bestätigte er bereits, von der Katastrophe in Japan erwartet er keine nennenswerten Auswirkungen. Kritische Fragen werden vor allem zur künftigen Strategie erwartet.
Dieter Zetsche: Der Konzernlenker von Daimler muss sich auf der Hauptversammlung den kritischen Fragen der Aktionäre stellen

Dieter Zetsche: Der Konzernlenker von Daimler muss sich auf der Hauptversammlung den kritischen Fragen der Aktionäre stellen

Foto: A2955 Wolfgang Kumm/ dpa

Berlin - "Die Marschrichtung heißt profitables Wachstum", sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche laut vorab verbreiteter Mitteilung bei der Hauptversammlung des Autobauers in Berlin. Die wirtschaftlichen Folgen des verheerenden Erdbebens und des Tsunamis vom 11. März in Japan seien zwar noch nicht vollständig absehbar. Auf die Produktion von Daimler habe die Katastrophe bisher aber keine nennenswerten Auswirkungen.

Zetsche bestätigt deshalb die Prognose für das laufende Jahr: Der Umsatz soll demnach in 2011 über dem Vorjahreswert von 97,8 Milliarden Euro liegen, der Betriebsgewinn (Ebit) deutlich über den 7,2 Milliarden im Jahr 2010.

Zetsche bekräftigt auch, mit der Kernmarke Mercedes Benz ab 2013 eine Umsatzrendite von 10 Prozent erreichen zu wollen. "Wir hatten angekündigt, mit hohem Drehmoment aus der Krise zu kommen, und wir haben Wort gehalten", sagt Zetsche. "Die tatsächliche Entwicklung war dann sogar noch positiver als erwartet."

In den ersten drei Monaten des Jahres stieg der Absatz von Mercedes-Benz um 12 Prozent. Im Gesamtjahr will der Rivale von BMW und Audi so viele Fahrzeuge verkaufen wie nie zuvor.

Tognum-Übernahme verläuft schleppend

Zu dem Übernahmeangebot für den Motorenbauer Tognum  teilte Daimler  mit, dass die Annahme seitens der Aktionäre bislang schleppend verläuft. Daimler und Rolls-Royce hätten bisher 28,43 Prozent des Aktienkapitals angeboten bekommen, hieß es. Darin enthalten ist jedoch der Anteil von 28,4 Prozent, den Daimler bereits hielt.

"Das Ergebnis nach sechs Tagen lässt keine Schlüsse auf den Erfolg des Angebots zu", sagte ein Daimler-Sprecher am Rande der Hauptversammlung. "Abgerechnet wird zum Schluss." Daimler hatte mehrfach betont, das Angebot von 24 Euro je Aktie werde nicht erhöht. Die Angebotsfrist läuft bis zum 18. Mai. Die Bieter wollen das Angebot nur durchziehen, wenn sie mehr als 50 Prozent der Aktien angeboten bekommen.

AR-Chef Bischoff will für fünf weitere Jahre im Amt bleiben

Neben dem Ausblick auf das laufende Jahr und der geplanten Übernahme von Tognum dürfte die angekündigte Zusammenarbeit mit dem weltgrößten Autozulieferer Bosch bei der Entwicklung und Produktion von Elektromotoren ein wichtiges Thema auf der Daimler-Hauptversammlung sein. Auch zur Zukunft des Engagements der Schwaben beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS  wird das Management voraussichtlich Rede und Antwort stehen müssen.

Bei dem Aktionärstreffen stehen zudem wichtige Personalentscheidungen an. Aufsichtsratschef Manfred Bischoff will für weitere fünf Jahre in das Gremium gewählt werden. Der 68-Jährige ist seit 2007 Chefkontrolleur des Autobauers. Außerdem soll mit der Nestlé-Managerin Petraea Heynike eine weitere Frau in den Aufsichtsrat einziehen. Abgestimmt werden soll zudem über ein neues System bei der Bezahlung von Topmanagern und Aufsichtsräten.

mg/dpa-afx
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