Autoindustrie Japan Einbruch um 35 Prozent

Der Autoabsatz in Japan ist im März um über 35 Prozent zurückgegangen. Allein Toyota musste ein Verkaufsminus von fast 46 Prozent hinnehmen. Zu den weiteren Aussichten wollen sich die Verantwortlichen nicht äußern.
Japan: Das Unglück zieht seine Spur auch durch die Autoindustrie

Japan: Das Unglück zieht seine Spur auch durch die Autoindustrie

Foto: Wally Santana/ AP

Tokio - Im Erdbeben-Monat März ist der Autoabsatz in Japan um mehr als 35 Prozent eingebrochen. Das teilte der Verband japanischer Autohäuser am Freitag mit.

Ohne Berücksichtigung von Kleinwagen der Klasse bis 660 Kubikzentimeter Hubraum sank der Absatz im Vergleich zum Vorjahr sogar um 37 Prozent auf knapp 280.000 Fahrzeuge. "Die Menschen sträuben sich derzeit einfach, derzeit Autos zu kaufen," sagt Masashi Miyajima, Sprecher der Organisation. "Der Tsunami und die Entwicklung um das Atomunglück lastet auf der Konsumentenstimmung." Allerdings sind Neuwagenverkäufe, die als wichtiger Indikator für die Verbraucherstimmung gelten, in Japan bereits seit sieben Monaten rückläufig, unter anderem wegen des Wegfalls von Subventionen für Öko-Modelle.

Branchenführer Toyota  musste - ohne Berücksichtigung seiner Marke Lexus - einen Rückgang von fast 46 Prozent hinnehmen. Nissan  brachte 37,7 Prozent weniger Fahrzeuge an die Kunden, Honda  verbuchte einen Rückgang von 28,3 Prozent. Toyota räumte unterdessen ein, dass die Folgen der verheerenden Naturkatastrophen die Bilanzen des Unternehmens belasten dürften.

Das Ausmaß sei aber nicht abzuschätzen, sagte Toyota-Präsident Akio Toyoda. Diese Frage stünde derzeit aber auch nicht im Mittelpunkt. Vielmehr richte sich das Interesse auf das Schicksal der Opfer.

Wegen der Produktionsausfälle in Folge von Erdbeben und Tsunami hatte Deutsche Securities die Prognose für Toyotas operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr um 84 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar gesenkt.

ag/ap/rtr
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