Schwarze Zahlen Schaeffler peilt zehn Milliarden Euro Umsatz an

Der Autoboom beschert dem Zulieferer Schaeffler Rekorde bei Umsatz und Rendite. Auch nach dem Verkauf von 15 Prozent der Conti-Aktien hält sich das fränkische Familienunternehmen bei Continental weiter alle Optionen offen. 
Der Autozulieferer Schaeffler hätte sich an der Übernahme der dreimal so großen Continental beinahe verhoben

Der Autozulieferer Schaeffler hätte sich an der Übernahme der dreimal so großen Continental beinahe verhoben

Foto: dapd

Frankfurt Main - Der Autozulieferer Schaeffler hat dank sprudelnder Gewinne vorerst keinen Kummer mehr mit seinem milliardenschweren Schuldenberg. Das boomende Geschäft mit der Autobranche und der Industrie machte den fränkischen Konzern 2010 so profitabel wie noch nie und beförderte ihn trotz Belastungen durch die Beteiligung am Autozulieferer Continental zurück in die schwarzen Zahlen.

Schaeffler solle auch im laufenden Jahr stärker wachsen als der Markt und einen Rekordumsatz von mehr als zehn Milliarden Euro erwirtschaften, sagte Vorstandschef Jürgen Geißinger am Dienstag in Frankfurt. Das früher verschwiegene Familienunternehmen aus Herzogenaurach legte erstmals einen umfassenden Geschäftsbericht vor.

Die Zinsbelastung für die Kredite und Anleihen sei dank des guten operativen Geschäfts leicht zu schultern, sagte Finanzchef Klaus Rosenfeld. Der Wälzlager- und Kupplungsspezialist aus Herzogenaurach hat seine Verbindlichkeiten zuletzt durch einen Verkauf eines Conti-Aktienpakets auf 11,6 Milliarden Euro verringert. Die Franken halten nun gut 60 Prozent an dem Reifen- und Automobiltechnikspezialisten.

Komplettübernahme weiterhin nicht ausgeschlossen

Trotz des Verkaufs von gut 15 Prozent der Continental-Aktien schließt der Herzogenauracher Familienkonzern Schaeffler eine Fusion mit dem Hannoveraner Autozulieferer Continental weiterhin nicht aus. "Wir haben nach wie vor 60 Prozent. Das hält uns nach wie vor alle Optionen offen", sagte Geißinger .

Andererseits gebe es keinen Zeitplan für die Fusion, die Geißinger nach der Übernahme des viel größeren Reifenherstellers und Autozulieferers Conti im Jahr 2008 bis spätestens 2011 angekündigt hatte. Es sei jetzt "vor allem wichtig, dass wir unser Know-how zusammenbringen", sagte er. Da gebe es zahlreiche Fortschritte.

Abbau des Schuldenbergs im Vordergrund - besseres Rating angestrebt

Schaeffler hatte den wesentlich größeren Konzern aus Hannover vor mehr als zwei Jahren übernommen und sich dafür tief in Schulden gestürzt, die das Unternehmen zeitweilig zu überfordern drohten. Zur langfristig angestrebten Fusion mit Conti und zum weiteren Schuldenabbau wollten sich die Schaeffler-Vorstände nicht näher äußern. Beide Unternehmen arbeiteten bisher auf verschiedenen Gebieten erfolgreich zusammen, sagte Geißinger lediglich. Die Verbesserung der Verschuldungslage sei weiterhin ein wichtiges Ziel.

Schaeffler wolle sich in den kommenden Monaten von Ratingagenturen durchleuchten und benoten lassen, um bessere Kreditkonditionen aushandeln zu können, sagte Rosenfeld.

la/reuters/dapd
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