Stadtautos BMW und Sixt starten Carsharing

Deutschlands Autohersteller haben neue Kunden entdeckt: Großstädter, die einen Wagen nicht für immer, sondern nur für ein paar Stunden fahren wollen. Wie zuvor Daimler startet jetzt auch BMW das Car-Sharing-Geschäft - allerdings erst in zwei deutschen Teststädten.
Drivenow: Gemeinsamen Car-Sharing-Angebot von BMW und Sixt

Drivenow: Gemeinsamen Car-Sharing-Angebot von BMW und Sixt

Foto: Andreas Gebert/ dpa

München - Nach dem Konkurrenten Daimler  steigt auch BMW  im großen Stil ins Car-Sharing-Geschäft ein und gründet dafür ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Autovermieter Sixt . Im April soll das Joint Venture unter dem Namen DriveNow zunächst in München und danach in Berlin an den Start gehen, wie beide Unternehmen am Montag ankündigten. In München stehen rund 300 Autos bereit, in Berlin 500, die zu einem Minutenpreis von 29 Cent angemietet werden können.

BMW setzt damit wie auch Daimler auf ein neues Geschäftsfeld durch die Kurzzeitnutzung von Autos. "Es besteht zunehmender Bedarf an flexiblen Mobilitätsangeboten im urbanen Umfeld", sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson. Zu Kosten und Umsatzerwartungen für das neue Projekt äußerte er sich nicht. Car-Sharing gilt vor allem für Großstädte als ein Wachstumsmarkt, da sich viele Menschen kein eigenes Auto kaufen wollen oder können.

Anders als bei vielen anderen Car-Sharing-Angeboten stehen die Autos von BMW nicht an festen Stationen, sondern können überall im Stadtzentrum angemietet und abgestellt werden. Wo ein ein verfügbarer Wagen steht, können die Kunden nach der Registrierung im Internet nachsehen und das Fahrzeug mit einem Chip auf dem Führerschein öffnen und starten. Nach dem Start in München und Berlin soll das Konzept auch in anderen Städten im In- und Ausland umgesetzt werden. Bis zum Jahr 2020 rechnen BMW und Sixt weltweit mit einer Million Mitgliedern von DriveNow.

Daimler ist in das Geschäftsfeld mit der Kurzzeitnutzung von Autos bereits 2008 eingestiegen und hatte sein Projekt "Car2Go" zunächst in Ulm getestet und zusammen mit dem Autovermieter Europcar inzwischen auf Hamburg ausgeweitet. Auch Sixt hat mit dem Sixti Car Club schon Erfahrung mit dem Car-Sharing gesammelt und will das Geschäft durch den Zusammenschluss mit BMW ausweiten.

kst/dpa/rtr
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