Gewinn in 2010 MAN fährt aus der Krise

Der Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller MAN kehrt in die Gewinnzone zurück. Der Konzern geht damit gestärkt in die weiteren Fusionsverhandlungen mit Scania. Der Streit um Ferrostaal dürfte aber ein Hemmschuh für einen schnellen Zusammenschluss bleiben.
MAN schreibt dank eines florierenden Lkw-Geschäfts wieder ordentliche Gewinne

MAN schreibt dank eines florierenden Lkw-Geschäfts wieder ordentliche Gewinne

Foto: DPA

München - Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbauer MAN  geht mit einem kräftigen Ergebnissprung in die weiteren Fusionsverhandlungen mit Scania . Der Münchner Konzern kehrte im vergangenen Jahr dank der boomenden Lkw-Nachfrage in die Gewinnzone zurück und verbuchte einen Überschuss von 722 Millionen Euro nach einem Verlust von 258 Millionen im Jahr davor.

Die Aktionäre sollen daher für das vergangene Jahr eine Dividende von zwei Euro je Aktie erhalten nach 25 Cent für 2009, wie MAN am Montag mitteilte. Die MAN-Aktie legte am Vormittag um rund 2 Prozent auf 82,48 Euro zu.

MAN soll nach dem Willen von Großaktionär Volkswagen mit dem schwedischen Rivalen Scania fusionieren. Volkswagen  hält mehr als 70 Prozent der Stimmrechte an den Schweden und rund 30 Prozent an MAN. "Eine engere Verflechtung ist nur sinnvoll, wenn beide Unternehmen davon profitieren - insbesondere Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre von MAN und Scania", stellte MAN im Geschäftsbericht klar.

Doch könne MAN von einer engeren Zusammenarbeit mit Scania profitieren - etwa bei der Entwicklung neuer Technologien wie dem Hybridantrieb. Hier seien "MAN und Scania die richtigen Partner", hieß es in der Mitteilung. "Deshalb führen wir mit Scania Gespräche über eine engere Zusammenarbeit bis hin zu einem Zusammenschluss beider Unternehmen."

Fusion mit Scania frühestens im zweiten Halbjahr

Kreisen zufolge dürfte es frühestens im zweiten Halbjahr zu einer Fusion kommen. Grund dafür sind die zähen Verhandlungen im Streit über den Komplettausstieg bei Ferrostaal. MAN hatte vor Jahren 70 Prozent an dem Industriedienstleister an den arabischen Investor IPIC verkauft. Dieser hatte sich dann aber wegen eines Schmiergeldskandals bei Ferrostaal geweigert, die restlichen 30 Prozent zu übernehmen. Bevor es zu einer Fusion mit Scania kommt, will VW den Streit gelöst haben.

MAN sei weiterhin offen für eine "schnelle Klärung" der Eigentümersituation bei Ferrostaal. "Es wird aber keine Einigung um jeden Preis geben", betonte MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen. Zuletzt hatte IPIC eine Schiedsklage auf Rückabwicklung der Ferrostaal-Transaktion sowie zusätzlich Schadensersatz gefordert. Laut Geschäftsbericht analysiert MAN die genauen Inhalte der Klage und bereitet eine Schiedsklageerwiderung vor.

Wachstum in 2011 soll sich verlangsamen

Für das angelaufene Jahr erwartet MAN  ein langsameres Wachstum als 2010: Der Umsatz werde konzernweit zwischen 7 und 10 Prozent zulegen. Im vergangenen Jahr war er noch um 22 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro gewachsen. Die Umsatzrendite soll um mindestens einen Prozentpunkt steigen. Die Zuwächse dürften dabei vor allem auf das Konto der schnell wachsenden Schwellenländer - allen voran Brasilien - gehen, in denen MAN immer mehr Nutzfahrzeuge verkauft. In dem Bereich erwartet der Konzern ein Umsatzplus zwischen zehn und 15 Prozent. Im rentablen Geschäft mit großen Motoren und Maschinen (Diesel & Turbo) erwartet MAN hingegen stagnierende Erlöse.

rei/reuters
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