Stellenabbau 1200 Opel-Mitarbeitern droht Kündigung

Der Autobauer Opel kommt beim Jobabbau in seinem Bochumer Werk nicht voran. Insgesamt sollen dort 1800 Stellen gestrichen werden, bisher nahm aber nur ein Drittel der Belegschaft die angebotenen Abfindungen an. Daher droht den betroffenen Mitarbeitern nun die Kündigung.
Opel-Werk in Bochum: "Die allerletzte Möglichkeit wäre Kündigung"

Opel-Werk in Bochum: "Die allerletzte Möglichkeit wäre Kündigung"

Foto: SPIEGEL ONLINE

Bochum/Düsseldorf - Nach Angaben des Bochumer Opel-Betriebsrates Rainer Einenkel droht zum 1. Mai die Kündigung von 1200 Arbeitern. Dagegen erklärte ein Opel-Sprecher am Freitag, der Jobabbau sei "Gegenstand der Gespräche einer Einigungsstelle zwischen Werksleitung und Betriebsrat".

Die Jobverluste sind seit einem Jahr angekündigt. Damals steckte Opel tief in der Krise und verkündete ein Sanierungsprogramm zur Streichung von europaweit 8000 Stellen. Davon entfielen 1800 auf Bochum. Bisher haben aber nur 600 Arbeiter dort die angebotenen Abfindungen von bis zu 100.000 Euro angenommen. Auch die Chance zum Umzug ins Stammwerk Rüsselsheim in Hessen, wo Opel 300 freie Stellen hat, verfängt bei den heimatverbundenen Bochumern nicht, obwohl Opel bis zu 25.000 Euro Wechselprämie zahlt.

Der Opel-Sprecher sagte: "Wir streben an, die 1200 Stellen über Abfindungen oder durch Versetzung zu lösen. Die allerletzte Möglichkeit wäre Kündigung." Der Sprecher erinnerte daran, dass in anderen Werken wie Kaiserslautern der Abbau problemloser gelaufen sei. Das Werk Antwerpen wurde ganz geschlossen. In Bochum bauen 4500 Arbeiter den Familienvan Zafira.

In der Einigungsstelle ringen Werksleitung und Betriebsrat nun um die 1200 Stellen. Die Mitglieder kommen je zur Hälfte vom Betriebsrat und der Werksleitung, den Vorsitz und die entscheidende Stimme hat ein unabhängiger Arbeitsrichter. Die Einigungsstelle solle in den nächsten Wochen tagen, sagte der Opel-Sprecher in Rüsselsheim.

Opel steckt seit fast zwei Jahren in einer schmerzhaften Sanierung. Nach Milliardenverlusten, der Werksschließung in Antwerpen und dem Abbau von im Endeffekt 8000 Jobs hat der scheidende Firmenchef Nick Reilly für 2012 Gewinne angekündigt. Ohne Sanierungskosten schriebe Opel schon 2011 Gewinne, hatte Reilly gesagt, der im Januar 2010 sein Amt angetreten hatte. Zum 1. April löst der 55 Jahre alte GM-Chefentwickler Karl-Friedrich Stracke Reilly als Chef von Opel/Vauxhall ab.

mg/dapd
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