Mittwoch, 24. Juli 2019

Vor Fusion mit VW Porsche steckt in Schulden fest

Porsche-Produktion in Zuffenhausen: Der Umsatz steigt, die Schuldensorgen bleiben

Porsche kündigt einen Rekordumsatz für 2011 an, doch Probleme vor der geplanten Fusion mit Volkswagen bleiben. Sorgen bereitet vor allem der Schuldenstand. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist er weiter gestiegen.

Stuttgart - Porsche peilt für das Jahr 2011 erneut einen Rekordumsatz an. Die Auftragslage zu Beginn des Jahres sei hoch, begründete der Chef des Sport- und Geländewagenbauers, Matthias Müller, die Prognose. Der bisherige Rekordwert aus dem Geschäftsjahr 2009/10 mit 7,8 Milliarden Euro könne geknackt werden.

Auch für die Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE Börsen-Chart zeigen verkündete das Management eine positive Prognose. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch rechnet erneut mit schwarzen Zahlen. Dank des brummenden Autogeschäfts war nach langer Durststrecke im Rumpfgeschäftsjahr 2010 (August bis Dezember 2010) wieder ein Gewinn von 1,3 Milliarden Euro eingefahren worden.

Allerdings kommt Porsche auf seiner Fahrt unter das Dach von VW nicht aus den Schulden heraus. Die Nettoverschuldung kletterte wegen Steuernachzahlungen in Millionenhöhe Ende Dezember 2010 auf 6,34 Milliarden Euro, sagte Pötsch in Stuttgart. Zuvor hatte dieser Wert noch bei 6,1 Milliarden Euro gelegen.

Die Stuttgarter häuften bei dem missglückten Versuch, Volkswagen Börsen-Chart zeigen zu übernehmen, 11,4 Milliarden Euro Schulden an. Nach dem Scheitern der ehrgeizigen Pläne der kleinen Sportwagenschmiede im Sommer 2009 drehten die Wolfsburger den Spieß um, Porsche soll nun zur zehnten Marke im VW-Konzern werden.

Eine entscheidende Voraussetzung dafür ist der Abbau des Schuldenbergs. Grund: VW will bei dem Zusammenschluss kein zu großes Risiko eingehen.

Ein wichtiger Schritt, diese Last deutlich schrumpfen zu lassen, steht unmittelbar bevor. Bis spätestens Ende Mai soll eine bereits von der Hauptversammlung beschlossene Kapitalerhöhung über die Bühne gehen. Sie bringt der Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE rund fünf Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung wird dann Angaben von Pötsch zufolge auf rund 1,5 Milliarden Euro sinken.

nis/dpa

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