Sonntag, 18. August 2019

Porsche Milliardenklage überschattet Rekordergebnis

Autobauer Porsche: 2010 hat sich der operative Gewinn auf knapp 700 Millionen Euro verdreifacht

In den USA haben einige Hedgefonds erneut eine milliardenschwere Klage gegen Porsche eingereicht. Die Unternehmen fordern Schadensersatz wegen der gescheiterten Volkswagen-Übernahme. Der Sportwagenbauer präsentiert unterdessen ein Rekordergebnis für das Geschäftsjahr 2010.

New York/Stuttgart - US-Hedgefonds haben beim obersten Gerichtshof in Manhattan eine Klage gegen Porsche eingereicht. Die Unternehmen wollen Verluste von einer Milliarde Dollar geltend machen, die sie nach eigenen Angaben im Zusammenhang mit der gescheiterten Volkswagen-Übernahme erlitten haben.

Zu den Hedgefonds, die vor Gericht ziehen, gehören Greenlight Capital LP und Tiger Global LP. Einige der Fonds hatten bereits 2010 erfolglos geklagt. Im Dezember hatte ein Bundesrichter in Manhattan eine ähnliche Klage abgewiesen. In dem Verfahren hatten insgesamt 39 Kläger einen Gesamtschaden von mehr als zwei Milliarden Dollar behauptet. Die Kläger fühlten sich vom früheren Porsche-Management hinters Licht geführt.

Porsche Börsen-Chart zeigen hatte mit riskanten Finanztransaktionen versucht, den deutlich größeren Autokonzern VW zu übernehmen. Allerdings hatten sich die Porsche-Manager am Schluss verspekuliert, Porsche drohte unter der Schuldenlast zusammenbrechen - und Volkswagen Börsen-Chart zeigen konnte den Spieß umdrehen.

Porsche mit Rekordergebnis im Rumpfgeschäftsjahr 2010

Die Stuttgarter veröffentlichten unterdessen am Rande einer Aufsichtsratssitzung Eckdaten ihrer Bilanz für das Rumpfgeschäftsjahr 2010 (1. August bis 31. Dezember). Demnach fuhr die kleine Sport- und Geländewagenschmiede dank der wiedererwachten Lust der Autokäufer auf Luxusschlitten Rekorde bei Ergebnis und Umsatz ein.

Der operative Gewinn verdreifachte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 688 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 59 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zu. "Dieser Erfolg unterstützt unsere Stellung als einer der profitabelsten Sportwagenhersteller weltweit und gibt uns die notwendige Flexibilität, weiterhin in unsere Produkte zu investieren", sagte Porsche-Chef Matthias Müller.

Die glänzenden Zahlen halten Müller den Rücken für seine ehrgeizigen Pläne frei. Eifrig tüfteln die Schwaben derzeit daran, welche Fahrzeuge sie in Zukunft noch auf den Markt bringen könnten. In den nächsten Jahren will Müller den Absatz auf rund 200.000 Fahrzeuge hochschrauben, etwa doppelt so viele wie zuletzt.

Ein wichtiges Projekt hat dabei bereits Gestalt angenommen. Voraussichtlich 2013 kommt ein kleiner Bruder des Geländewagens Cayenne auf den Markt. Der Cajun soll im Porsche-Werk Leipzig gebaut werden.

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