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Automarken: Was hinter den berühmtesten Logos steckt

Neues Skoda-Logo "Der Ring steht für globale Ambitionen"

Die Volkswagentochter Skoda hat ihr Logo neu gestaltet. Petr Kraus, federführender Designer des neuen Emblems, erklärt im Interview, was sich die Unternehmensführung dabei gedacht hat und was Flügel und Pfeil damit zu tun haben.
Von Kristian Klooß

mm: Herr Kraus, Skoda hat jüngst auf dem Genfer Autosalon sein neu gestaltetes Logo enthüllt. Sie haben daran federführend mitgearbeitet. Was hat die Unternehmensleitung Ihnen als Vorgabe mit auf den Weg gegeben?

Kraus: Der Erfolg von Skoda ist eher auf evolutionären Schritten begründet. So sollte auch das neue Logo keine Revolution sein. Wir hatten den Auftrag, die Marke moderner, frischer, dynamischer darzustellen. Außerdem sollten wir die für Skoda typische Präzision zum Ausdruck bringen.

mm: Was haben Sie am bisherigen Skoda-Logo verändert?

Kraus: Das bisherige Logo war aus vielen Elementen gebaut und dadurch schwer erkennbar. Wir haben es vor allem vereinfacht und dem eigentlichen Symbol der Marke, dem geflügelten Pfeil, mehr Platz gegeben. Den geflügelten Pfeil haben wir präzise gestaltet und in dem neuen Grünton in Kombination mit Chromapplikationen ausgeführt.

mm: Warum ist der Skoda-Schriftzug aus dem Logo verschwunden?

Kraus: Der Schriftzug im Logo am Fahrzeug war aus der Entfernung von drei Metern kaum lesbar. Wir haben ihn daher aus dem Logo entfernt, neu gestaltet und ihn prominent über der Bildmarke platziert.

mm: Wie lange hat der Re-Design-Prozess gedauert?

Kraus: Ende 2009 ist die Neugestaltung des Corporate Designs auf den Weg gebracht worden. Der entscheidende Re-Design-Prozess selbst hat dann weniger als ein Jahr gedauert. Das ist für diese Größenordnung extrem kurz.

mm: Wie läuft so etwas ab?

Kraus: Für das Logo am Fahrzeug haben wir den gleichen Prozess wie für das gesamte Automobil. Es muss auch unterschiedlichste Prüfungen bestehen. Deshalb liegen zwischen der ersten Idee und der Markteinführung eher Jahre als Monate. Das neue Fahrzeuglogo wird ja auch erst ab 2012 eingesetzt.

Die Entwicklung der restlichen Elemente des Corporate Designs beginnt mit einer möglichst klaren Aufgabenstellung für die Spezialisten. Wenn man sich für ein Grundkonzept entschieden hat, werden zunächst die Basiselemente wie das Kommunikationslogo und die Farbe entwickelt. Diese werden dann in mehreren Schritten intern abgestimmt. Auf dieser Basis werden dann die Details aufgebaut, sozusagen die ganze Pyramide.

Von Indianerkopfschmuck steht nichts in den Archiven

mm: An welche Gestaltungsregeln muss sich ein Logo-Designer dabei halten?

Kraus: Das Logo muss präzise wirken. Und es muss gleichzeitig so einfach wie möglich sein. Bei der Bildmarke von Skoda war das eine Herausforderung, denn die historische Grundform, die wir einhalten wollten, ist an sich relativ kompliziert.

mm: Es soll Autokäufer geben, die das Skoda-Logo für einen grünen Vogel halten.

Kraus: Wir finden es gut, wenn sich Käufer mit dem Logo beschäftigen und dabei ihre Fantasie spielen lassen, weil sie die Marke verstehen wollen. Diese Kunden, die eine emotionale Verbindung zur Marke haben, sind sehr loyal. Und sie sind Botschafter der Marke in ihrem Freundeskreis.

mm: Um den geflügelten Skoda-Pfeil rankt die Legende, dass der einstige kaufmännische Direktor des Autobauers von einer Reise einen Indianer als Diener mitbrachte. Dessen Kopfschmuck und ein Indianerpfeil ziere seitdem das Logo. Was ist dran an der Legende?

Kraus: Der Gründer des Pilsner Maschinenbaukonzerns Skoda und seine engsten Mitarbeiter ließen sich gerne auf Reisen inspirieren. Dies gilt auch für das Logo, das später für die Automobile verwendet wurde. Von einem Indianer als Diener steht aber in den Archiven nichts, es bleibt also eine Legende.

mm: Was ist denn Ihrer Ansicht nach auf dem Logo zu sehen?

Kraus: Die Indianerlegende zum geflügelten Pfeil ist sehr schön, dennoch finde ich die sachliche Variante zeitgemäßer: Der Ring steht für globale Ambitionen, der Flügel für die Breite der Produktpalette und die hohe Anzahl an Märkten, in denen wir präsent sind. Der Pfeil verkörpert moderne Technologien und Produktionsmethoden. Und er gibt der Marke die Richtung - klar nach vorne. Nicht zu vergessen ist das Auge für Präzision und Vision.

mm: Mal abgesehen vom Emblem Ihres Arbeitgebers. Welches Logo halten Sie für das beste der Welt?

Kraus: Ich habe da zwei Favoriten: Nike und Nivea. Nike, weil das Logo so genial einfach ist. Und Nivea, weil es seit Jahrzehnten in kleinen Schritten immer wieder modernisiert wird.

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