Sonntag, 8. Dezember 2019

Übernahme Tognum mit Daimler und Rolls-Royce weitgehend einig

Tognum in Friedrichshafen: Daimler und Rolls-Royce bieten 24 Euro je Aktie
OBS / Tognum
Tognum in Friedrichshafen: Daimler und Rolls-Royce bieten 24 Euro je Aktie

Daimler und Rolls-Royce haben ein offizielles Übernahmeangebot für den Motorenspezialisten Tognum vorgelegt. Die beiden Unternehmen bieten rund 3,2 Milliarden Euro. Die Friedrichshafener unterstützen die Offerte der beiden Partner, pokern aber um einen höheren Preis.

Hamburg/Stuttgart - Daimler und Rolls-Royce hätten den Aktionären des Großdieselmotorenherstellers Tognum 24 Euro je Anteilsschein geboten, teilten die beiden Unternehmen mit. Das Angebot habe ein Gesamtvolumen von etwa 3,2 Milliarden Euro.

Es sei aber noch kein Einverständnis über die Höhe des Angebotspreises erzielt worden, teilte Tognum am Vormittag mit. Der Vorstand werde das Angebot prüfen und zum gegebenem Zeitpunkt eine Empfehlung an die Aktionäre abgeben, ob sie das Angebot annehmen oder ablehnen sollten, hieß es weiter.

Grundsätzlich werde die Partnerschaft mit den beiden Unternehmen aber begrüßt. "Daimler und Rolls-Royce wären für uns zwei finanzstarke strategische Investoren, die sich klar zur weiteren internen und externen Wachstumsstrategie von Tognum bekennen", sagte Vorstandschef Volker Heuer. "Damit wären wir hervorragend aufgestellt, um die weitere Konsolidierung des Marktes aktiv mitzugestalten."

Daimler-Chef Dieter Zetsche zeigte während einer Analystenkonferenz Verständnis für das Tognum-Management: Man könne nicht erwarten, dass das Tognum-Management den angebotenen Kaufpreis zur Annahme empfehle. "Das ist nicht ihre Rolle." Rolls-Royce-Chef John Rose, erklärte, der Übernahmeprozess könne sich hinziehen.

Tognum setzt Höhenflug an der Börse fort

Daimler Börsen-Chart zeigen und Rolls-Royce wollen sich jeweils rund 50 Prozent an dem Friedrichshafener Spezialisten für schwere Motoren sichern. Tognum baut unter anderem Antriebe für Panzer und Schiffe. Das Unternehmen verdiente in den ersten neun Monaten 2010 bei 1,7 Milliarden Euro Umsatz rund 100 Millionen Euro vor Steuern.

Am Dienstag war die Tognum-Aktie Börsen-Chart zeigenmit 23,22 Euro aus dem Handel gegangen. Sie hatte seit Montag gut ein Viertel zugelegt, nachdem manager magazin über das Interesse von Daimler und Rolls-Royce an Tognum berichtet hatteund die beiden Konzerne die Verhandlungen bestätigt hatten. Am Mittwoch setzte sie ihren Höhenflug fort und kletterte zeitweise um weitere 8 Prozent.

Die Unternehmen verwiesen darauf, dass das Angebot 30 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag liege. Sie knüpften ihr Angebot an die Bedingung, dass sie inklusive des bisherigen Daimler-Anteils von 28,4 Prozent mehr als 50 Prozent der Aktien erhalten. Tognum-Investoren hatten sicherlich auf einen höheren Zuschlag gehofft. Für 24 Euro war Tognum vor gut drei Jahren an die Börse gebracht worden.

Mit Tognum wollen Daimler und Rolls-Royce nach eigenen Angaben einen globalen Marktführer für Industriemotoren schaffen. Dazu haben sie eine Investmentgesellschaft namens Zeus gegründet, in die die Briten ihr bei der Tochter Bergen gebündeltes Geschäft mit Gas- und Dieselmotoren mittlerer Geschwindigkeit einbringen wollen. Daimler wiederum steuert seine bereits bestehende 28,4-prozentige Beteiligung an Tognum bei. So rechnet der Autokonzern für sich mit Nettoausgaben von rund 900 Millionen Euro für die Übernahme und das neue Gemeinschaftsunternehmen. Rolls-Royce würde rund 1,4 Milliarden Euro zahlen.

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