Mittwoch, 21. August 2019

US-Autoabsatz Porsche top, Daimler Flop

Porsche: Mit vergleichsweise niedrigen Rabatten konnten die Stuttgarter die Verkäufe um 32 Prozent steigern

Die US-Amerikaner haben im Februar trotz der steigenden Spritkosten wieder deutlich mehr Autos gekauft. Vor allem Platzhirsch General Motors konnte die Kunden mit satten Rabatten für sich gewinnen. Aber auch die deutschen Hersteller, allen voran Porsche und Volkswagen, waren beliebt.

Detroit - Die Autobauer sind im Februar satte 27 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahresmonat losgeworden, rechnete der Marktforscher Autodata aus. Das ist der stärkste Zuwachs seit September vergangenen Jahres.

Insgesamt verließen 993.400 Neuwagen die Höfe der Händler. Vor allem die Privatkunden hätten zugeschlagen, berichteten die beiden Platzhirsche General Motors Börsen-Chart zeigen und Ford Börsen-Chart zeigen. Während Toyota Börsen-Chart zeigen mit Rabatten lockte und kräftige Zuwächse erzielte, knauserten die deutschen Autobauer hier eher, legten aber dennoch ebenfalls deutlich zu. Besonders stark waren die Absatzsteigerungen bei Porsche Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen.

GM konnte den Absatz weit überdurchschnittlich um 46 Prozent auf 207.000 Wagen hochschrauben. Das gelang dem Unternehmen nach Einschätzung der Experten des Autoportals Edmunds.com aber nur durch hohe Abschläge beim Preis. Demnach schraubte GM die Rabatte von im Schnitt 3519 auf 3849 Dollar pro Auto hoch. Der US-Verkaufschef Don Johnson sprach etwas blumiger von gezieltem Marketing.

Weltmarktführer Toyota stockte seine Kaufanreize von 1904 auf 2041 Dollar auf - und erzielte damit einen Zuwachs von 42 Prozent auf 141.800 Wagen. Den Japanern kam bei ihrem Comeback zugute, dass kürzlich die US-Verkehrssicherheitsbehörde herausgefunden hatte, dass die Unfallserie der Jahre 2009 und 2010 vor allem auf Fahrfehler und weniger auf technische Defekte zurückzuführen war. Vor einem Jahr waren bei Toyota die Verkäufe kräftig eingebrochen, nachdem Toyota eine Rückruforgie gestartet hatte.

Porsche mit größtem Absatzplus der deutschen Autobauer

Die deutschen Hersteller gewähren traditionell vergleichsweise niedrige Rabatte, am wenigsten Porsche mit schlappen 632 Dollar für seine teuren Sport- und Geländewagen. Dennoch stiegen die Verkäufe der Stuttgarter um 32 Prozent auf mehr als 2000 Wagen. Auch Audi Börsen-Chart zeigen ist eher knauserig, konnte aber dennoch ein Verkaufsplus von 25 Prozent auf 7800 Wagen erzielen.

Die Schwestermarke VW kam nach eigenen Angaben immerhin auf einen Zuwachs von 18,5 Prozent auf 21.461 Wagen. Die Wolfsburger wollen gegen Ende des Jahres nochmal richtig aufdrehen, wenn der speziell für die USA entwickelte Passat zum Kampfpreis von 20.000 Dollar (15.000 Euro) auf den Markt kommt.

BMW Börsen-Chart zeigen steigerte den Verkauf im Februar um immerhin 10,8 Prozent auf 19.919 Fahrzeuge, wobei die britische Marke Mini mit einem Plus von 22 Prozent auf rund 3500 Fahrzeuge den besten Februar ihrer bisherigen US-Geschichte schrieb. Die Kernmarke legte dagegen um nur knapp 9 Prozent zu.

Die Premiummarke Mercedes von Daimler Börsen-Chart zeigen musste sich mit vergleichsweise bescheidenen Verkaufszuwächsen von 5,1 Prozent begnügen. Mit jeweils rund 16.000 verkauften Wagen liegen die Premiummarken BMW und Mercedes aber weiterhin deutlich vor dem Rivalen Audi. Allerdings wird ihnen die GM-Edelmarke Cadillac immer gefährlicher, die nach einem Sprung von 70 Prozent bei den Verkäufen stolze 15.800 Wagen loswurde.

Fords Edelmarke Lincoln befindet sich dagegen auf dem absteigenden Ast mit zuletzt noch 5900 verkauften Autos. Insgesamt stieg der Absatz bei Ford - die verkaufte schwedische Tochter Volvo Börsen-Chart zeigen ausgeklammert - um 14 Prozent auf 156.600 Autos. Neben Geländewagen und Pick-up-Trucks verkaufte sich auch die Mittelklasse-Limousine Fusion deutlich besser. Chrysler konnte in ähnlicher Größenordnung auf 95.100 Wagen zulegen.

Ölpreis größter Unsicherheitsfaktor

Die hohen Zuwachsraten sind allerdings auch auf die relativen geringen Vorjahreswerte zurückzuführen, als die US-Wirtschaft noch in der Krise steckte. Branchenvertreter führten den anziehenden Absatz aber auch auf einen wachsenden Optimismus unter den Verbrauchern und bessere Kreditbedingungen zurück.

Analysten mahnten aber zur Vorsicht. Weil der Spritpreis in den USA wegen der Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten zuletzt so stark anzog wie seit dem Hurrikan Katrina im Jahr 2005 nicht mehr, sei die weitere Entwicklung unsicher.

"Verbraucher in den USA reagieren extrem sensibel auf den Ölpreis", warnte auch Toyota-Vizepräsident Takeshi Uchiyamada. "Wenn der Öl-Preis steigt, verkaufen sich Hybridfahrzeuge wie warme Semmeln und die Verkäufe von Geländewagen und Kleinlastern fallen." Bislang ließen sich die Kunden in den USA und Europa jedoch von den steigenden Ölpreisen nicht abschrecken.

In Deutschland zog die Pkw-Nachfrage nach einem deutlichen Rückgang 2010 pünktlich zum Frühling wieder an: Seit Jahresanfang legten die Neuzulassungen nach Angaben des VDA um 16 Prozent zu. Für die deutschen Autobauer, die 2010 vor allem dank steigenden Verkäufen in China und den USA wuchsen, gewinnt damit auch der Heimatmarkt wieder stärker an Bedeutung - zumal beim Export die Wachstumsraten nicht mehr so hoch ausfallen wie zuletzt. Im Februar erhöhten sich die Ausfuhren nur noch um 9 Prozent.

mg/dpa-afx/rtr

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