Einigung über Ferrostaal MAN verschiebt Bilanzvorlage

MAN verschiebt die Veröffentlichung seiner Bilanz. Offenbar rückt eine Einigung mit dem arabischen Staatsfonds näher, der bisher die Übernahme der restlichen Anteile der Ex-MAN-Tochter Ferrostaal abgelehnt hatte. Damit wäre eine wesentliche Hürde für die Fusion von MAN und Scania ausgeräumt.
Lkw-Bauer MAN: Die Bilanz wird nun drei Wochen später als bisher geplant veröffentlicht

Lkw-Bauer MAN: Die Bilanz wird nun drei Wochen später als bisher geplant veröffentlicht

München - Statt am 1. März wolle MAN die Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr nun am 21. März vorlegen, teilte der Lkw-Bauer mit. Ebenso findet die für den 8. April geplante Hauptversammlung nun später statt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Gründe für die Verschiebung nannte MAN  nicht. Kreisen zufolge sind die Verhandlungen über einen Ausstieg bei der einstigen Tochter Ferrostaal Hintergrund für den späteren Termin. Die Verschiebung deutet darauf hin, dass MAN die Kosten einer Einigung noch im Jahresabschluss 2010 verbuchen möchte.

MAN hält noch 30 Prozent an dem Industriedienstleister, der in einen Schmiergeldskandal verwickelt ist. Der arabische Staatsfonds IPIC hatte vor Jahren 70 Prozent der Anteile übernommen, sich dann aber wegen der Korruptionsermittlungen geweigert, die restlichen 30 Prozent zu kaufen.

Der Gesamtkaufpreis für 100 Prozent liegt bei etwa 700 Millionen Euro. Der Staatsfonds fordert jedoch eine Kompensation wegen der Affäre. Auch eine Rückabwicklung des Kaufes war bereits im Gespräch.

Die Verhandlungen über eine Einigung ziehen sich bereits seit Monaten hin. MAN-Finanzvorstand Frank Lutz hatte Mitte Dezember erklärt, es gehe dabei nicht nur um den Preis, sondern auch um die Lasten, die der Industriedienstleister wegen der Fehler in der Vergangenheit zu tragen habe. Kreisen zufolge könnte auf Ferrostaal eine Strafzahlung der Münchener Staatsanwaltschaft zukommen, um den Schmiergeldskandal beizulegen.

Eine Einigung bei Ferrostaal ist auch wichtig für die weitere Zukunft von MAN und die von Großaktionär Volkswagen  angestrebte Fusion mit dem schwedischen Konkurrenten Scania . VW-Chef Martin Winterkorn hatte kürzlich erklärt, er erwarte erst dann Fortschritte bei dem Zusammenschluss, wenn die Affäre um den Essener Konzern ausgestanden sei. "Das Thema Ferrostaal sollte die Dinge nicht belasten", hatte er gesagt.

mg/rtr
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