Volkswagen US-Behörden nehmen 100.000 VW ins Visier

Die US-Behörden nehmen nach einer Pannen-Serie in Amerika Dieselmotoren von rund 100.000 VW-Fahrzeugen unter die Lupe. Der Autohersteller sieht derzeit keinen Grund für einen Rückruf: Die VW-Fahrer hätten vermutlich Benzin statt Diesel getankt.
Audi A3: Bereits kleine Mengen Benzin können in einem modernen Diesel-Motor lahmlegen

Audi A3: Bereits kleine Mengen Benzin können in einem modernen Diesel-Motor lahmlegen

Detroit - Die US-Behörden nehmen nach einer Pannen-Serie in Amerika VW-Dieselmotoren genauer unter die Lupe. Überprüft werden solle eine Einspritzpumpe, die in den Motoren von mehr 97.000 Autos in den USA einbaut ist, teilte die Behörde auf ihrer Internetseite mit.

Volkswagen geht davon aus, dass die Pumpe bei mehreren Autos ausgefallen ist, weil die Fahrer irrtümlicherweise Benzin statt Diesel getankt haben. "Wir sehen deshalb zurzeit keinen Grund für einen Rückruf", sagte ein Sprecher am Sonntag zu Reuters.

Betroffen von der Überprüfung sind laut der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA Wagen vom Typ Jetta der Modelljahre 2009 und 2010, der jüngste Golf und der Audi A3 aus dem vergangenen Jahr. Alle diese Wagen sind mit TDI-Clean-Diesel-Motoren von VW ausgestattet.

Benzin im Dieseltreibstoff festgestellt

Rund 160 dieser Wagen waren in jüngster Zeit wegen eines Defekts an der Einspritzpumpe liegengeblieben, in einem Fall kam es deshalb möglicherweise zu einem leichten Unfall. "Wir haben 50 dieser Autos untersucht und haben in 90 Prozent der Fälle eine nicht unerhebliche Menge an Benzin im Dieseltreibstoff festgestellt", sagte der VW-Sprecher. Auch die übrigen Fälle seien vermutlich auf eine Fehlbetankung zurückzuführen - allerdings habe die Pumpe hier wohl länger durchgehalten und das Benzin sei deshalb nicht mehr nachzuweisen gewesen.

Bereits kleine Mengen Benzin können in einem modernen Diesel-Motor lahmlegen. Der VW-Sprecher verwies zudem darauf, dass es aus anderen Ländern bisher keinerlei Beschwerden gegeben habe. "Die Motoren sind weltweit in großer Stückzahl im Einsatz und wir haben dort nicht den geringsten Hinweis auf Probleme."

VW hatte in den USA zuletzt im Dezember Ärger, als der Konzern wegen möglicher Defekte an der Kraftstoffleitung 377.000 Fahrzeuge zurück in die Werkstätten rief. Betroffen waren die Modelle Jetta, Golf und New Beetle. Deutlich schlimmer traf es den japanischen Konkurrenten Toyota. Der weltgrößte Autobauer musste Millionen von Fahrzeugen zurückrufen, was den Konzern erschütterte.

la/reuters
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