Autoindustrie Mehrere Bieter für Honsel

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen will offenbar seinen Konkurrenten Honsel übernehmen. Das Unternehmen bietet einem Medienbericht zufolge ebenso wie vier weitere Firmen für die insolvente Gruppe, gilt aber als Favorit.
Autozulieferer Honsel: Auch Konkurrent Nemak aus Mexiko interessiert sich für die Gruppe

Autozulieferer Honsel: Auch Konkurrent Nemak aus Mexiko interessiert sich für die Gruppe

Friedrichshafen - Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen gilt nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" als ein Favorit für die Übernahme des insolventen Autozulieferers Honsel. Ein ZF-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Er sagte aber, die Zukunft der Honsel-Gruppe aus dem nordrhein-westfälischen Meschede als wichtiger Lieferant sei für ZF von Interesse. Die Zulieferkette dürfe nicht abreißen.

Bereits im November 2010 hatte ZF mit dem französischen Druckguss-Spezialisten Fonderie Lorraine eine Tochter von Honsel übernommen, die unter anderem für das ZF-Getriebewerk in Saarbrücken Leichtmetallteile liefert. Das Bieterverfahren für Honsel (rund 540 Millionen Euro Umsatz, 4000 Mitarbeiter) endet am 15. Februar. Nach Informationen der "FTD" bewerben sich derzeit fünf Interessenten um den Kauf des Spezialisten für Motorblöcke aus Leichtmetall.

Die Interessenten seien die drei Finanzinvestoren Lafayette, Gores Group und Anchorage sowie die beiden Branchenvertreter ZF und Nemak aus Mexiko. Auch Tempo aus China sowie Martinrea aus Kanada hätten Interesse gezeigt. Als Preis sind derzeit rund 100 Millionen Euro im Gespräch.

Als Favorit gilt dem Blatt zufolge neben ZF auch Nemak. Der drittgrößte deutsche Autozulieferer ZF hat 2010 rund 12,9 Milliarden Euro erlöst und beschäftigt über 64.000 Mitarbeiter.

mg/dpa-afx
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