Boomendes Autogeschäft Bosch peilt 50 Milliarden Euro Umsatz an

Für Bosch ist die Krise endgültig vorbei. Der weltgrößte Autozulieferer hat seinen Umsatz 2010 um 24 Prozent gesteigert und damit so hohe Erlöse erzielt wie noch nie. In diesem Jahr soll die nächste Rekordmarke fallen. Für seinen Expansionskurs will das Unternehmen die Mitarbeiterzahl deutlich aufstocken.
Bosch-Chef Fehrenbach: 2011 soll der Umsatz 50 Milliarden Euro übersteigen

Bosch-Chef Fehrenbach: 2011 soll der Umsatz 50 Milliarden Euro übersteigen

Foto: Bernd Weissbrod/ picture alliance / dpa

Stuttgart - Der weltgrößte Autozulieferer Bosch hat 2010 den höchsten Umsatz seiner Firmengeschichte erzielt. Die Erlöse stiegen um 24 Prozent auf 47,3 Milliarden Euro, wie Unternehmenschef Franz Fehrenbach in Stuttgart sagte.

Das Ergebnis vor Steuern werde nach vorläufigen Zahlen vom Mittwoch wieder deutlich positiv sein und zwischen 3,3 und 3,8 Milliarden Euro liegen, was der operativen Zielrendite von 7 bis 8 Prozent vom Umsatz entspricht. Im Vorjahr hatten die Schwaben noch erstmals in der Nachkriegsgeschichte Verluste verbucht, ein Minus von 1,2 Milliarden Euro fiel damals an.

Als die Gründe für den kräftigen Aufschwung nannte Fehrenbach den kräftigen Anstieg der weltweiten Autoproduktion und das boomende Auslandsgeschäft. Vor allem in Asien und Südamerika machte Bosch Boden gut. Auch in Nordamerika habe Bosch nach jahrelanger Verlustphase inzwischen wieder die Gewinnschwelle erreicht. Die endgültigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr will das Management am 14. April bekanntgeben.

Wegen der hohen Nachfrage nach Autos sowie im Maschinen- und Anlagenbau habe man auch die Zahl der Beschäftigten im Konzern deutlich erhöht. Um rund 12.800 stieg die Mitarbeiterzahl auf etwa 283.500. In Deutschland gab es ein Plus von 1900 auf 113.600 Beschäftigte.

Für das Jahr 2011, in dem das Unternehmen sein 125-jähriges Bestehen und den 150. Geburtstag von Firmengründer Robert Bosch feiert, hat sich der Manager noch höhere Ziele gesteckt: "Bosch wird 2011 erstmals die 50-Milliarden-Euro-Umsatzmarke überschreiten", kündigte Fehrenbach an. "Wenn sich die Wachstumsdynamik so fortsetzt, wird Bosch bis Ende 2011 rund 300.000 Menschen beschäftigen."

Der aktuelle Erfolg des Technologie- und Dienstleistungskonzerns wirkt sich auch auf die Konten der Mitarbeiter aus. Rund 100.000 Mitarbeiter in Deutschland bekommen eine Erfolgsprämie in Höhe von bis zu einem halben Monatsgehalt. Anlässlich des Doppeljubiläums kommt noch ein von den Dienstjahren abhängiger Treuebonus für alle Beschäftigten weltweit hinzu. Insgesamt schüttet Bosch eine Jubiläumszahlung von rund 180 Millionen Euro aus.

Bei der Entwicklung neuer Produkte machte Bosch nach der Sparrunde im Jahr 2009 wieder mehr Tempo. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung kletterten 2010 auf rund vier Milliarden Euro von 3,6 Milliarden Euro im Vorjahr.

Die Investitionen stockte der im Stiftungsbesitz befindliche Konzern auf 2,4 von zuvor 1,9 Milliarden Euro auf, da unter anderem in Ostdeutschland eine neue Fabrik für die Produktion für Solarzellen und in Asien ein Werk zur Produktion von Batteriezellen für Hybrid- und Elektro-Autos an den Start ging. Im Jahr 2011 will Bosch die Investitionen weiter auf 3,3 Milliarden Euro hochschrauben.

Der vom steigenden Wohlstand in China angetriebene Hunger nach neuen Autos hat im vergangenen Jahr auch den mit Bosch konkurrierenden Zulieferern Continental , Denso , Delphi sowie ZF Friedrichshafen wieder auf die Beine geholfen. Nach dem Einbruch durch die zweijährige Finanz- und Wirtschaftskrise fuhren die Konzerne im Zuge des Aufschwungs zum Teil Umsatzrekorde ein.

mg/nis/dpa-afx/rtr
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