Mittwoch, 13. November 2019

Elektroautos Daimler setzt auf Carbon

E-Smart von Daimler: Carbon ist die 50 Prozent leichter als Stahl

Daimler hat mit dem japanischen Carbonfaserspezialisten Toray eine Gemeinschaftsfirma gegründet. Der Autokonzern will durch den Einbau von Carbonteilen das Fahrzeuggewicht verringern und damit seine Elektroauto-Technologie voranbringen. Konkurrent BMW geht sogar noch weiter.

Stuttgart - Daimler und Toray gründen ein Gemeinschaftsunternehmen zur Herstellung von Carbonfaserteilen für die Großserienproduktion, wie beide Unternehmen mitteilten. Die Konzerne hatten ihre Zusammenarbeit im März 2010 mit einer Entwicklungspartnerschaft begründet.

Das Gemeinschaftsunternehmen hat seinen Hauptsitz in Esslingen und wird mit einem Kapital von 825.000 Euro ausgestattet. Toray hält 50,1 Prozent der Anteile und Daimler 44,9 Prozent.

Toray gilt als weltweit größter Hersteller von Carbonfasern und beliefert bislang unter anderem den US-Flugzeughersteller Boeing Börsen-Chart zeigen. Die restlichen 5 Prozent liegen bei der in Immenstaad ansässigen Firma ACE, die mit Ingenieursdienstleistungen in den Bereichen Konstruktion und Strukturanalyse betraut wird.

Die neuen Komponenten sollen 2012 erstmals in Großserie in den Cabrio-Modellen SL und SL AMG zum Einsatz kommen. Bislang setzt Daimler Börsen-Chart zeigen den Hightech-Werkstoff vornehmlich in exklusiven Baureihen wie dem Sportwagen SLR McLaren ein.

BMW will komplette Fahrgastzelle aus Carbon bauen

Der Werkstoff, der um 50 Prozent leichter ist als Stahl und bei vergleichbarer Stabilität selbst noch 30 Prozent leichter als Aluminium, gilt als Schlüsseltechnologie, um das Autogewicht zu senken. Besonders wichtig ist dieses Abspecken bei Elektrofahrzeugen, die schwere Batterien an Bord haben oder weil die Wagen mit immer mehr Sicherheits- und Komfortfunktionen hochgerüstet werden. Durch ein geringeres Gewicht brauchen die Autos auch weniger Kraftstoff und stoßen damit weniger Schadstoffe aus.

Der Münchener Konkurrent BMW Börsen-Chart zeigen will die komplette Fahrgastzelle seines künftigen Megacity Vehicles aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) fertigen. Das viersitzige Fahrzeug für urbane Ballungsräume soll 2013 auf den Markt kommen und einen Elektroantrieb erhalten. BMW stellt die Carbonfasern in einem Gemeinschaftsunternehmen mit der Wiesbadener SGL Group an der US-Westküste her.

Daimler will den Werkstoff bei bestimmten Modulen und Strukturteilen einsetzen. Eine kompletten Rohbaukarosserie aus CFK sei derzeit nicht geplant, sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Leichtbauteile sollten aber nach und nach in alle Modelle der Mercedes-Benz Personenwagen eingesetzt werden. Die Stuttgarter wollen das Rohbaugewicht jeder Baureihe um bis zu 10 Prozent im Vergleich zum Vorgängermodell senken. Auch Busse und Transporter habe der Konzern im Blick.

Bislang galt CFK als zu teuer in der Herstellung und findet vor allem im Flugzeugbau oder bei Luxusgütern wie Golfschlägern oder Fahrrädern der Extraklasse Verwendung. Mit ihren Projekten wollen die Autobauer nun den Sprung in die Großserienfertigung schaffen und damit auch die Kosten drücken. Dazu bringen die Automobilhersteller ihre Kenntnisse aus der Serienfertigung bei der Automatisierung von Prozessen mit.

mg/dpa-afx

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung