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Produktionsausweitung Porsche prüft Fertigung in China

Der neue Porsche-Chef Matthias Müller will die Produktion bis 2018 mehr als verdoppeln. Das geht aber nur, wenn an mehr Standorten als bisher gefertigt wird. So ist es auch kein Tabu mehr, die teuren Boliden der Marke in China zusammenschrauben zu lassen.

Stuttgart/Düsseldorf - Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche erwägt, Fahrzeuge auch in China produzieren. "Wir werden noch in diesem Jahr darüber reden, ob wir in Asien oder Nordamerika eine Montage beginnen", sagte Unternehmenschef Matthias Müller dem Magazin "Focus".

Der geplante kleine Geländewagen Cajun könnte in China am selben Standort gebaut werden wie der technisch ähnliche Audi Q5. "Hauptsache, es steht "Engineered by Porsche" darauf", sagte Müller auf die Frage nach einem möglichen Imageverlust durch die Auslandsproduktion.

Porsche produziert seine Sport- und Geländewagen bisher in Stuttgart und Leipzig, durch die Integration in den VW-Konzern ergeben sich jedoch neue Möglichkeiten. Nur mit den zusätzlichen Kapazitäten, die sich im VW-Konzern erschließen lassen sind die neuen, ambitionierten Produktionsziele zu schaffen, die Müller seinem Unternehmen setzt.

Demnach soll Porsche nämlich bis 2018 doppelt so viele Autos verkaufen wie heute. Wurden im vergangenen Jahr rund 90.000 Fahrzeuge abgesetzt, sollen es nach den Vorstellungen Müllers bis 2018 wenigstens 200.000 Autos werden.

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VW-Chef Martin Winterkorn hatte im vergangenen Sommer in einem Interview erklärt, dass Porsche bis zu 150.000 Autos im Jahr produzieren könne, ohne seine Exklusivität einzubüßen. "Nachdem ich mich jetzt intensiv in das Thema eingearbeitet habe, bin ich davon überzeugt, dass das nicht die ganz richtige Zahl ist", sagte Müller der "Wirtschaftswoche". "Eine Zwei könnte in Summe allemal vorne stehen."

Voraussetzung dafür sei eine starke Ausweitung der Modellpalette über die bestehenden vier Baureihen Carrera, Boxster/Cayman, Cayenne und Panamera hinaus. "Unser Ziel muss sein, dass das Unternehmen jedes Jahr auf der Modellseite ein Großereignis zu bieten hat", sagte Müller weiter.

Der Porsche-Chef, der am 1. Oktober vergangenen Jahres die Nachfolge des Interims-Vorstandschefs Michael Macht angetreten hatte, hat in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit bereits einige Weichenstellungen hin zu mehr Wachstum vorgenommen. Beschlossene Sache ist die Produktion des Porsche 918 Spyder und eines kompakten SUV namens Cajun auf Basis des Audi Q5.

Wichtige Entscheidungen stehen in den kommenden Wochen auch noch über zwei andere Modellreihen an: einen kleinen Mittelmotor-Roadster, der in Zusammenarbeit mit VW entstehen soll, sowie einen weiteren Supersportwagen. Der Roadster soll an die Geschichte des legendären Porsche 550 aus den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts anknüpfen. Entschieden ist das Projekt nach Angaben des Porsche-Chefs zwar noch nicht, "aber wir arbeiten derzeit heftig daran".

mak/dpa/dapd