Männer-Feindschaft Piëch wiegelt Fiats-Lkw-Pläne brüsk ab

Nächste Runde im Abtausch öffentlicher Sticheleien: VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat Fiat-Chef Sergio Marchionne geraten, sich besser überhaupt nicht mehr mit dem Lastwagengeschäft zu beschäftigen, schon gar nicht mit dem von Volkswagen. Fiat sei dazu nicht in der Lage.
Kein Gesprächsangebot: VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch schlägt Fiat-Interesse an Lkw-Sparte aus

Kein Gesprächsangebot: VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch schlägt Fiat-Interesse an Lkw-Sparte aus

Foto: Krafft Angerer/ Getty Images

Hamburg - Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat das Interesse von Fiat an den Volkswagen-Nutzfahrzeugfirmen Scania und MAN zurückgewiesen. "Jemand, der bei Pkw schrumpft, soll nicht den Mut haben, sich die beiden besten Lkw-Marken Europas unter den Nagel zu reißen", sagte er der "Financial Times Deutschland ".

Fiat-Aufsichtsratschef John Elkann hatte auf der Automesse in Detroit Interesse an den VW-Beteiligungen an MAN und Scania bekundet. "Sollte Volkswagen sein Lkw-Geschäft verkaufen wollen, wäre Fiat Industrial der potenzielle Käufer", zitierte ihn die italienische Zeitung "La Repubblica" am Dienstag. Auch Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte sich dementsprechend geäußert.

Bereits in den Monaten zuvor hatte Volkswagen wiederholt Interesse an der italienischen Sportwagenmarke Alfa Romeo, die zum Fiat-Konzern gehört, gezeigt.

Volkswagen hält 28,7 Prozent des Kapitals von MAN sowie 49,3 Prozent des Kapitals von Scania. MAN wiederum ist mit 13,3 Prozent am Kapital der Schweden beteiligt.

Zum Fiat-Konzern gehört der Lkw-Hersteller Iveco, ein vergleichsweise kleines Unternehmen. Erst kürzlich war bekanntgeworden, dass Fiat und Daimler ergebnislos über eine Fusion ihrer Lkw-Sparten gesprochen haben. Iveco wurde zu Jahresbeginn in die rechtlich eigenständige Holding Fiat Industrial ausgegliedert.

kst/dpa
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