Kaufofferte für Lkw-Geschäft Fiat stichelt gegen Volkswagen

Der italienische Autokonzern Fiat kontert die ständigen ungebetenen Angebote aus Wolfsburg für seine Edelmarke Alfa Romeo. Auf der Detroiter Automesse bekundet Fiat Interesse an Volkswagens Lastwagensparte. Die Spekulation macht sich sogar im Aktienkurs bemerkbar.
Fiat-Chef Marchionne: "Wir müssen diesen Unsinn stoppen"

Fiat-Chef Marchionne: "Wir müssen diesen Unsinn stoppen"

Foto: Antonio Calanni/ AP

Detroit - Fiat Industrials dreht den Spieß um: Konfrontiert mit ständigen Spekulationen, Volkswagen wolle die Edelmarke Alfa Romeo kaufen, meldete Fiat-Chef Sergio Marchionne nun kurzerhand Interesse an den Lastwagenbeteiligungen der Deutschen an.

Wenn sich Volkswagen  von seinen Anteilen an MAN  und Scania  trennen wollte, stünde Fiats Nutzfahrzeugsparte bereit, sagte Marchionne am Montag auf der Autoshow in Detroit.

Fiat  hat seine Iveco-Lastwagen samt Land- und Baumaschinen gerade erst unter dem Namen Fiat Industrial  als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht. Vielleicht wolle Volkswagen dem Beispiel folgen und sich auch rein auf Autos konzentrieren, sagte Marchionne. Alfa Romeo wolle er jedenfalls nicht hergeben, wiederholte er: "Wir haben kein Interesse daran, zu verkaufen."

Der Manager reagierte damit auf die Kommentare von VW-Chef Martin Winterkorn, der wiederholt Interesse an der Fiat-Marke bekundet hatte. "Die Antwort ist Nein", sagte Marchionne. Er fügte hinzu: "Wir müssen diesen Unsinn stoppen."

Winterkorn hatte auch in Detroit sein Interesse an der Fiat-Tochter gezeigt und gesagt, dass Alfa "eine interessante Marke" sei. Weitere Einzelheiten wollte er nicht nennen. Der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piech hatte im August erklärt, Alfa weiter im Auge behalten zu wollen. Es gebe allerdings keinen Zeitdruck, hatte Piech gesagt. Die Zeit arbeite für Volkswagen. Das Thema Alfa könne konkret vielleicht in zwei Jahren auf der Agenda stehen.

Volkswagen will sich bis 2018 zum größten Autobauer der Welt aufschwingen. Gleichzeitig mischen die Wolfsburger seit der Mehrheitsübernahme von Scania und dem Einstieg bei MAN auch groß im Lkw-Markt mit. "Unsere Pläne für die Zusammenarbeit zwischen Volkswagen, MAN und Scania sind klar", sagte Konzernchef Martin Winterkorn in Detroit. "Die Frage ist nur, wann und wie wir sie umsetzen."

Die Aktienkurse reagierten auf die neuen Spekulationen. Die Papiere von MAN verteuerten sich um 2 Prozent, die Vorzugsaktien von Volkswagen um 1,5 Prozent. Der Aktienkurs von Fiat Industrial stieg um 5 Prozent.

ak/dpa-afx
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