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Detroit Motor Show: Die Neuheiten für das Autojahr 2011

Foto: Tom Grünweg

Branchentreff in Detroit Autobauer zügeln ihren Optimismus

Absatzrekorde wie 2010 wird es nach Ansicht der Autobauer im neuen Jahr nicht mehr geben. Auf der Automesse in Detroit sprachen die Topmanager der Branche einhellig von nachlassender Dynamik im Markt. Grund: China tritt auf die Bremse - und die USA sind noch nicht auf vollem Tempo.

Detroit - Die deutschen Autohersteller schalten nach dem Absatzboom im vergangenen Jahr wieder einen Gang zurück: Wegen der unsicheren Wirtschaftslage in vielen europäischen Ländern und einer Abkühlung des weltgrößten Automarkts China stellen sich die meisten Konzerne 2011 auf geringere Zuwachsraten ein.

Zudem verlagern sich die Schwerpunkte: Angesichts der verhaltenen Aussichten in China gewinnen für Volkswagen , Daimler  und Co. die USA wieder an Bedeutung. Dort dürften die Kunden nach der Zurückhaltung während der Wirtschaftskrise auch 2011 wieder deutlich mehr Autos kaufen. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte am Montag auf der Autoshow in Detroit zu Reuters, es sei "unrealistisch", dass Daimler 2011 das Absatzplus von 15,3 Prozent aus dem Vorjahr wiederholen könne. Auch BMW-Vertriebschef Ian Robertson gab eine verhaltene Prognose: Er erwartet für den Autobauer 2011 einen Absatz von über 1,5 Millionen Fahrzeugen. Das sind kaum mehr als die 1,46 Millionen im vergangenen Jahr, als der BMW-Absatz um knapp 14 Prozent nach oben schnellte.

Audi-Chef Rupert Stadler hat sich für die kommenden zwölf Monate einen Absatz von über 1,2 Millionen Autos vorgenommen. Das wäre ein Plus von rund 9 Prozent nach 15 Prozent im Jahr 2009. Auch der Chef des Mutternkonzern Volkswagen, Martin Winterkorn, tritt auf die Euphoriebremse. Trotz des Absatzrekords 2010 rechne er nicht damit, Weltmarktführer Toyota  schneller als geplant vom Thron zu stoßen, sagte er in Detroit.

Verband: Deutsche Hersteller in USA auf dem Vormarsch

Basis für die meist zweistelligen Zuwächse der deutschen Hersteller im vergangenen Jahr war der Autoboom in Schwellenländern wie China oder Brasilien. Im Reich der Mitte rechnen Experten wegen auslaufender Absatzförderprogramme, restriktiverer Zulassungsregeln und steigender Spritpreise 2011 jedoch nur noch mit Zuwächsen von zehn bis 15 Prozent - im vergangenen Jahr war der Markt noch doppelt so schnell gewachsen. Davon hatten besonders Audi, BMW  und Daimler profitiert, deren Oberklassemodelle ein beliebtes Statussymbol in der wachsenden chinesischen Mittel- und Oberschicht sind.

Der einst weltgrößte Automarkt USA erholte sich nach kräftigen Rückgängen in der Wirtschaftskrise 2010 wieder. Der Branchenverband VDA geht davon aus, dass die deutschen Hersteller ihren Absatz dort 2011 auf mehr als eine Million Wagen ausbauen können - im vergangenen Jahr waren es 880.700. "Wir sind zuversichtlich, dass die deutschen Autobauer in den USA 2011 erneut stärker wachsen als der Markt", sagte Verbandspräsident Matthias Wissmann. Der gesamte US-Markt wird nach den Prognosen des VDA ähnlich wie im vergangen Jahr um 10 bis 11 Prozent wachsen - auf dann 12,5 bis 12,8 Millionen Fahrzeuge.

Vom dahindümpelnden europäischen Markt sind nach Einschätzung der Auto-Manager dagegen auch im laufenden Jahr keine großen Wachstumsimpulse zu erwarten. Weltweit gehen deutsche Hersteller wie Daimler 2011 von einem Wachstum des Automarktes um rund 6 Prozent aus. Ein solcher Zuwachs "wäre ein ziemlich schöner Rückenwind für uns alle", sagte Daimler-Chef Zetsche. Etwas pessimistischer ist Konkurrent Renault. Die Franzosen erwartet lediglich ein Wachstum des weltweiten Automarktes von mehr als 4 Prozent.

cr/rtr
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