Vertragsverlängerung Winterkorn führt VW bis 2016

Martin Winterkorn bleibt weitere fünf Jahre Chef von Europas größtem Autobauer Volkswagen. Der Aufsichtsrat hat sich einstimmig für eine Vertragsverlängerung des promovierten Ingenieurs entschieden.
VW-Chef Winterkorn: "Es gibt im Konzern viele Themen, bei denen Kontinuität an der Spitze hilfreich ist"

VW-Chef Winterkorn: "Es gibt im Konzern viele Themen, bei denen Kontinuität an der Spitze hilfreich ist"

Foto: dapd

Wolfsburg - Der Aufsichtsrat habe den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden einstimmig um weitere fünf Jahre bis Ende 2016 verlängert, erklärte der Volkswagen-Konzern am Sonntag. Winterkorn wäre dann 69 Jahre alt.

Der promovierte Ingenieur Winterkorn führt VW seit dem 1. Januar 2007. Der derzeit laufende Vertrag endet am 31. Dezember 2011. Zuvor hatte der 1947 in Leonberg bei Stuttgart geborene Winterkorn fünf Jahre lang die Konzerntochter Audi  geleitet. Der gebürtige Schwabe gilt als enger Vertrauter des mächtigen VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch.

Dass Winterkorn bis über das übliche Rentenalter hinaus an der VW-Spitze bleibt, galt seit längerem als ausgemachte Sache. Piëch wurde im Oktober mit Blick auf die Personalie Winterkorn mit den Worten zitiert, er habe früher seine Manager mit 65 in Pension geschickt, aber jetzt sei er schlauer.

In den wichtigsten Fragen ziehen die beiden technikversessenen Manager an einem Strang. Zentrales Ziel ist Wachstum. Der Konzern soll ein weltumspannendes Autoimperium werden, das alles bietet, was auf Straßen fahren kann. 2011 soll der Sportwagenbauer Porsche  eingegliedert werden. Außerdem sind neue Fabriken in China, den USA und Indien geplant.

Der Betriebsrat begrüßt die Vertragsverlängerung

Zudem strebt VW bis 2018 an die Weltspitze. Bislang sind die Wolfsburger die weltweite Nummer drei hinter dem japanischen Autobauer Toyota  und dem vor kurzem neu an der Börse gestarteten US-Autoriesen General Motors .

Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh begrüßte die Vertragsverlängerung als Zeichen von Kontinuität. "Mit Martin Winterkorn werden wir unseren Erfolgskurs fortsetzen", meinte er. "Das Trio Ferdinand Piëch, Martin Winterkorn und Hans Dieter Pötsch soll aus unserer Sicht gemeinsam mit der Belegschaft auch die kommenden sechs Jahre bestreiten."

Winterkorn, der Metallkunde und Metallphysik studierte, begann seine Karriere 1977 bei Bosch in Stuttgart. Vier Jahre später wechselte er zu Audi nach Ingolstadt. Früh arbeitete er im Dunstkreis von Piëch, als dessen Ziehsohn er gilt. 1988 berief ihn dieser - gerade Audi-Chef geworden - zum Bereichsleiter der "Zentralen Qualitätssicherung". Zwei Jahre später wurde Winterkorn Leiter der Qualitätssicherung bei Audi.

Als Piëch 1993 VW-Chef wurde, übertrug er seinem engen Mitarbeiter die Verantwortung für die Qualitätssicherung im Konzern. 2002 berief er ihn an die Spitze der Ingolstädter Tochter. Winterkorn ist leidenschaftlicher Fußball-Fan - und gilt als ein Architekt für das "Wunder von Wolfsburg", die Meisterschaft des VfL Wolfsburg 2009.

Winterkorn genießt bei Führungskräften in Deutschland weiter das höchste Ansehen. Mit einer Schulnote von 2,1 verteidigte er bei der Umfrage "Manager nach Noten" des Wiesbadener Unternehmensberaters Manfred Niedner seinen Spitzenplatz mit deutlichem Abstand. Winterkorn werde zugutegehalten, dass er den extrem komplexen VW-Konzern im Griff habe, urteilte Niedner.

Im September hatte Winterkorn in einem SPIEGEL-Interview gesagt: "Es macht mir Spaß, ich fühle mich fit und wäre deshalb nicht abgeneigt, weiterzuarbeiten, wenn der Aufsichtsrat das wünscht." Es gebe im Konzern "viele Themen, bei denen Kontinuität an der Spitze hilfreich ist". Winterkorn will mit Volkswagen  bis 2018 Toyota als größten Autohersteller der Welt ablösen.

mg/rtr/dpa-afx/dapd
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