Gerüchte um mysteriösen Tesla-Fighter Faraday Future hebt den Vorhang - ein bisschen

Faraday Future: Mehr als Andeutungen lässt der Tesla-Konkurrent bislang nicht raus

Faraday Future: Mehr als Andeutungen lässt der Tesla-Konkurrent bislang nicht raus

Foto: Twitter / Faraday Future

Viel mehr als milliardenschwere Pläne und Versprechungen hat der mysteriöse Tesla-Konkurrent Faraday Future (FF) bislang noch nicht geliefert. Dennoch blicken Autoexperten aus der ganzen Welt fasziniert auf alles, was von dem kalifornischen Startup nach draußen dringt. Schließlich kommt es selten vor, dass ein Unternehmen aus dem Nichts heraus den Bau einer Ein-Milliarden-Dollar teuren Fabrik ankündigt. Und das nicht nur neue Elektroautos bauen, sondern auch gleich aktuelle Mobilitäts- und Besitzmodelle umwälzen will. 

Kurz vor der Eröffnung der Elektronikmesse CES, auf der Faraday seine Pläne am Montag konkretisieren will, heizt der Branchenneuling die Spekulationen nun noch einmal an. Mit zwei kurzen Videos, in denen Farady Future, kurz FF, einen - wenn auch nebulösen - Ausblick auf das gibt, was die Kunden zu erwarten haben.


Dabei beweist FF, das nach eigenen Angaben sowohl bei BMW  als auch Tesla  und SpaceX Experten abgeworben hat, dass es die Marketingklaviatur bestens beherrscht. Viel mehr als vage Umrisse und ein Logo sind in den Videos nämlich nicht zu sehen - der mysteriöse Tesla-Fighter bleibt schemenhaft.

Die Ansprüche sind umso höher: Man wolle die automobile Erfahrung neu definieren, heißt es aus dem kalifornischen Start-up, das nach eigenen Angaben mittlerweile rund 500 Beschäftigte hat. Dahinter soll Jia Yueting, der Gründer des chinesischen Online-Videodienstes Leshi Television stehen, das als Netflix Chinas gilt.

Dass FF auf der in diesem Jahr sehr Automobil-lastigen CES bereits einen Prototypen vorstellen wird, bezweifeln Experten allerdings. Ursprünglich hatte das Start-up seinen ersten von zunächst sieben Wagen nämlich erst für 2017 angekündigt. Und auch die Fabrik besteht bislang lediglich auf dem Papier.

Der Batteriechef ist bereits wieder weg

Weil die Produktion von Elektrofahrzeugen insbesondere der Batterien aktuell noch sehr teuer ist, will FF sein Geld über Inhalte und Dienste verdienen, wie Faraday Vize-Präsident Nick Sampson dem Nachrichtendienst Bloomberg sagte . Als Beispiele hierfür nannte er autonome Fahrdienste, Apps oder Filme. Allein Tesla hat laut Bloomberg seit 2007 1,9 Milliarden Dollar Verlust gemacht.

Allerdings scheint auch das Hype-Objekt Faraday von Problemen nicht gefeit. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg hat der Autobauer gerade nach nur wenigen Monaten seinen von SpaceX abgeworbenen Batterie-Architekten Porter Harris verloren. 

Faraday ist nicht das einzige Unternehmen in chinesischer Hand, das den internationalen Elektroautomarkt erobern will. So wurde der einstige Tesla-Konkurent Fisker vom chinesischen Milliardär Lu Guanqiu aufgefangen  und arbeitet jetzt unter dem Namen Karma weiter.

Die Firma Thunder Power aus Taiwan stellte auf der diesjährigen Automesse IAA in Frankfurt ihre Limousine vor, deren Cockpit ein enormes Touchscreen dominiert. Und der frühere Rennstallbetreiber NextEV mit Autobauambitionen aus Shanghai heuerte kürzlich den früheren Ford-Europachef Martin Leach an.