Modelloffensive Daimler - Rekordgewinn, Rekorddividende, Rekordbonus

Daimler hat im Jahr 2014 mehr als zehn Milliarden Euro verdient. Der Konzern will die höchste Dividende in seiner Geschichte ausschütten. Auch für die Mitarbeiter zahlt sich das Rekordergebnis aus.
Daimler-Chef Dieter Zetsche: Rückenwind aus USA und China

Daimler-Chef Dieter Zetsche: Rückenwind aus USA und China

Foto: DPA

Stuttgart - Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft stieg 2014 auf 10,1 Milliarden Euro nach 8,0 Milliarden Euro im Jahr zuvor. "Überall im Unternehmen ist deutlich spürbar: Daimler ist im Aufbruch", erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche. Die Aktionäre solle daher mit 2,45 (Vorjahr: 2,25) Euro je Aktie die höchste Dividende der Unternehmensgeschichte erhalten.

Das Rekordjahr bei Daimler  zahlt sich auch für die Mitarbeiter aus. Rund 135.000 Tarifbeschäftigte erhalten für 2014 eine Erfolgsbeteiligung von je 4350 Euro, teilte Daimler mit. Dies sei der höchste Mitarbeiter-Bonus der Firmengeschichte.

Daimler-Personalchef Wilfried Porth sagte, die Beschäftigten hätten maßgeblich dazu beigetragen, 2014 zum bislang besten Jahr der Konzerngeschichte zu machen. Die Mitarbeiter-Prämie für 2014 summiert sich auf circa 587 Millionen Euro, fast anderthalb mal soviel wie im Jahr zuvor.

An der Börse kamen die Zahlen sehr gut an. Die Aktie von Daimler startete am Morgen mit einem Plus von gut 2 Prozent auf rund 84 Euro.

2,5 Millionen Fahrzeuge verkauft

Daimler setzte im vergangenen Jahr knapp 130 Milliarden Euro um, ein Plus von zehn Prozent. Der Absatz kletterte auf einen neuen Höchstwert von 2,5 Millionen Fahrzeugen. Das Konzernergebnis ging hingegen um 16 Prozent zurück auf 7,29 Milliarden Euro, da im Vorjahr über drei Milliarden Euro Sondergewinn aus dem Verkauf von Anteilen an Airbus (ehemals EADS) angefallen waren.

Zetsche kam seinem Ziel, die Pkw-Rendite auf 10 Prozent vom Umsatz zu steigern, einen großen Schritt näher. Operativ verdiente die Marke mit dem Stern 8,1 Prozent aus dem laufenden Geschäft, anderthalb Prozentpunkte mehr als 2013. Die Pkw-Sparte legte auch beim Umsatz besonders stark zu - er stieg um 14 Prozent auf 73,6 Milliarden Euro.

Auch in der Lkw-Sparte soll der Gewinn dieses Jahr steigen

Mit zahlreichen neuen Modellen vom Smart bis zur Luxuslimousine S-Klasse verdiente die Marke mit dem Stern operativ knapp sechs Milliarden Euro, ein Plus von 43 Prozent. Daimler hat sich vorgenommen, bis 2020 an BMW und Audi vorbeizuziehen und den vor zehn Jahren verlorenen Rang des weltweit größten Premiumherstellers zurückzuerobern.

Für dieses Jahr stellte Zetsche in Aussicht, den operativen Gewinn nicht nur in der Pkw-Sparte, sondern auch mit Lkw und Transportern deutlich zu steigern. Experten verstehen darunter ein Plus von rund zehn Prozent. Auch Absatz und Umsatz sollen deutlich zulegen.

Das vierte Quartal schloss der Stuttgarter Autobauer so wie das Gesamtjahr etwas besser ab als von Analysten erwartet. Bei einem Umsatz von 35,7 Milliarden Euro stieg das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis um zehn Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebit von 2,66 Milliarden Euro gerechnet.

Auf dem Konzernergebnis lasteten verschiedene Sonderfaktoren. So stellte Daimler weitere 600 Millionen Euro für eine drohende Geldstrafe der EU wegen eines Lkw-Kartells zurück, erzielte andererseits aber Zusatzgewinne durch den Verkauf seiner Anteile am US-Elektroautopionier Tesla und am Motorenproduzenten Rolls Royce Power Systems.

la/rei/reuters
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