Donnerstag, 19. September 2019

Volkswagen und General Motors Auto-Konzernchefs rufen Revolution aus

GM-Chefin Barra spricht über den neuen Chevrolet Volt Hybrid während der US-Automesse in Detroit

Die Zeit des Abwartens ist vorbei: GM-Chefin Mary Barra und VW-Lenker Martin Winterkorn erheben Elektrifizierung und Digitalisierung zu den neuen Treibern ihres Geschäftsmodells.

Nach VW-Chef Martin Winterkorn hat auch GM-Chefin Mary Barra radikale Umwälzungen ihrer Industrie angekündigt. "Die Auto-Industrie wird sich in den kommenden fünf bis zehn Jahren stärker verändern als in den 50 Jahren zuvor", sagte die 53-Jährige auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Winterkorn hatte laut VW-Hauszeitschrift jüngst seine Führungskräfte gewarnt, "die gesellschaftlichen Umwälzungen zu ignorieren." Es gebe keine Garantie, dass die Geschäftsmodelle von heute auch für morgen taugen. VW und GM, zu dem auch Opel gehört, bilden zusammen mit Toyota die drei mit Abstand größten Autokonzerne der Welt.

Mit ihren Warnrufen wecken Barra und Winterkorn die Erwartung hoher Investitionen in bislang von ihnen nur zaghaft adressierte Mobilitätstrends. Die Umwälzungen würden viel Geld kosten, sagte Barra. Winterkorn nannte als wesentliche neue Themen die Vernetzung des Autos mit dem Internet sowie Elektro-Antriebe, Barra nannte daneben noch die generelle Umweltverträglichkeit. Die derzeit niedrigen Kraftstoffpreise "werden unsere langfristige Strategie nicht beeinflussen", sagte Barra.

Für die GM-Chefin hat sich der Wettbewerbsdruck in der Branche durch die neuen Trends und Akteure nochmals verschärft. "Uber, Google oder Apple sind Partner - aber auch Konkurrenten", sagte Barra. Die Autoindustrie sei immer schon sehr wettbewerbsintensiv gewesen, jetzt kämen noch weitere Wettbewerber hinzu. Uber will sich als Mobilitäts-Dienstleister für Privatleute etablieren, Google arbeitet an selbstfahrenden Autos, Apple will die kommunikative Vernetzung des Autos dominieren.

Beim Thema selbstfahrende Autos war Barra zurückhaltend. Die technischen Möglichkeiten würden sich weiter entwickeln, inwieweit der Kunde autonomes Fahren akzeptieren wird, sei aber noch unklar. Bei GM stelle man sich derzeit darauf ein, den Fahrer weiterhin am Fahren beteiligt zu halten.

Kommentar: Ist Volkswagen das neue Eon?

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung