Unternehmer und Parteienspender Milliardär August von Finck ist tot

Er war einer der reichsten Deutschen – und erlangte auch als Parteienspender Bekanntheit: Der Milliardär August von Finck junior ist im Alter von 91 Jahren verstorben.
August von Finck junior im Jahr 2008

August von Finck junior im Jahr 2008

Foto: Weißfuß / IMAGO

Der Unternehmer August von Finck junior ist tot. Der Milliardär starb im Alter von 91 Jahren, über seinen Tod berichten "Münchner Merkur", "Süddeutsche Zeitung" und "Handelsblatt" übereinstimmend. Finck galt als einer der reichsten Deutschen, er war unter anderem zeitweise Mehrheitseigner der Hotelkette Mövenpick. Laut "Münchner Merkur" starb Finck bereits am vergangenen Sonntag in London.

Finck entstammte einer Unternehmerfamilie, der unter anderem die Münchner Privatbank Merck Finck & Co. gehörte. Der Milliardär erbte zudem einen Anteil an der Münchner Löwenbräu-Brauerei. Später investierte Finck vor allem in Schweizer Unternehmen, im Jahr 1999 zog er in die Schweiz, wo er seitdem lebte. Auch an der Hotelkette Mövenpick besaß er bis 2018 eine Mehrheit.

Bekannt wurde Finck außer durch geschäftliche Tätigkeiten auch durch die Finanzierung von Parteien. Zu Zeiten von Franz Josef Strauß ließ er der CSU hohe Summen zukommen. 2010 wurde eine Millionenspende an die FDP öffentlich, was deshalb Aufregung verursachte, weil die Familie Finck zu dieser Zeit Miteigentümerin der Mövenpick Gruppe mit mehr als einem Dutzend Hotels in Deutschland war und die FDP in den Koalitionsverhandlungen mit der Union kurz zuvor die Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf Hotelübernachtungen von 19 auf 7 Prozent durchgesetzt hatte – fortan unter dem Stichwort "Mövenpick-Steuer" bekannt.

Daneben förderte Finck aber auch seit Jahrzehnten Parteien und Initiativen im rechten und libertären Milieu – etwa den "Bund freier Bürger" oder ein Projekt der heutigen AfD-Politikerin Beatrix von Storch. Im Jahr 2018 ergaben Recherchen des SPIEGEL, dass der Milliardär indirekt an der Konzeption einer AfD-nahen und im Wahlkampf hunderttausendfach verteilten Zeitung mitgewirkt sowie Veranstaltungen der AfD finanziert hatte und über eine seiner Firmen am lukrativen Goldhandel beteiligt gewesen war, mit dem die Partei anfangs ihre Finanzen aufbesserte.

Im März dieses Jahres schließlich wurde bekannt, dass Finck dem Rechtsanwalt und CSU-Politiker Peter Gauweiler elf Millionen Euro an Beraterhonoraren zahlte, offenbar im Zusammenhang mit Gauweilers Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Euro-Rettung.

spon
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