Montag, 1. Juni 2020

Sicherheitsmaßnahmen unzureichend US-Staatsanwaltschaft überprüft Datenschutz beim Konferenzanbieter Zoom

Videokonferenz der EU-Staats- und Regierungschefs: Ähnlich wie hier im Bild ermöglicht auch der Anbieter Zoom Videokonferenzen mehrerer Teilnehmer
Michel Euler / Pool / AFP
Videokonferenz der EU-Staats- und Regierungschefs: Ähnlich wie hier im Bild ermöglicht auch der Anbieter Zoom Videokonferenzen mehrerer Teilnehmer

Der Datenschutz bei dem Telekonferenz-Dienst Zoom, dem die Coronavirus-Krise viele neue Nutzer brachte, ist ins Blickfeld der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft geraten. Behördenchefin Letitia James forderte beim Unternehmen Auskunft zu Maßnahmen für den Schutz von Nutzerdaten und Privatsphäre ein, wie die "New York Times" am Dienstag berichtete. Zoom erklärte der Zeitung in einer ersten Reaktion, man werde die geforderten Informationen bereitstellen.

Zoom geriet in den vergangenen Tagen immer wieder in die Kritik. So fiel vergangene Woche auf, dass die iOS-App des Dienstes einige Informationen über das benutzte Gerät an Facebook übermittelte - etwa Modell, freien Speicherplatz und Display-Größe. Zoom erklärte dies mit der Funktionsweise von Facebooks Software-Werkzeugen, die zur Umsetzung einer Login-Funktion verwendet wurden, und entfernte die Datenweitergabe. Die Sache brachte Zoom aber bereits eine Verbraucherklage in Kalifornien ein.

Fremde platzten in Videokonferenzen rein

Ärger gibt es auch um das sogenannte "Zoombombing": Wenn Telekonferenzen nicht auf privat geschaltet wurden, können sich auch Fremde in sie einwählen, sofern sie den entsprechenden Link in die Hände kriegen. In den USA beklagten sich Schulen darüber, dass in den Unterricht Unbekannte hereinplatzten und Schimpfwörter riefen oder Nazi-Symbole zeigten. Am Montag mahnte die Bundespolizei FBI die Nutzer, den Zugang zu Telekonferenzen einzuschränken.


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Vor diesem Hintergrund zeigte sich die New Yorker Generalstaatsanwältin angesichts der sprunghaft gestiegenen Nutzung "besorgt, dass die bisherigen Sicherheitspraktiken von Zoom nicht ausreichend sind", zitierte die "New York Times" aus dem Brief. Die Firma versicherte in einem Blogeintrag am Montag, dass sie keine Nutzerdaten verkaufe und keine Telekonferenzen überwache. Die New Yorker Staatsanwaltschaft äußerte sich am Dienstag zunächst nicht zu dem Schreiben.

Zoom diente bisher fast ausschließlich Videokonferenzen von Unternehmen, in der aktuellen Krise explodierte aber nicht nur die Nutzung für Heimarbeit, sondern auch zum Lernen und in der privaten Kommunikation.

mg/dpa-afx

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