Mittwoch, 11. Dezember 2019

Neuer Zeitplan für BER Hauptstadtflughafen soll 2017 öffnen

Airport-Parkhaus: Bereits zu Beginn überlastet?

Neuer Zeitplan für den Hauptstadtflughafen: Zwischen Juni und September 2017 soll der BER nach dem Willen des Aufsichtsrats öffnen. Doch Fallstricke lauern noch überall.

Motzen - Für den Hauptstadtflughafen in Schönefeld gibt es einen neuen Zeitplan: Er soll spätestens Ende 2017 eröffnet werden. Als Terminziel gelte jetzt das zweite Halbjahr 2017, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Bretschneider im brandenburgischen Motzen. Dort tagte am Freitag der Flughafen-Aufsichtsrat. Geschäftsführer Hartmut Mehdorn sprach präziser von Juni bis September 2017 als angestrebtem Zeitraum für die Inbetriebnahme.

Das derzeit größte Bauvorhaben in der Region Berlin steckt seit 2010 in der Krise. Seit die Eröffnung 2012 scheiterte, gibt es für das Milliardenprojekt keinen Termin mehr. Zu den Ursachen zählen Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme, wie das manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

Bis März 2016 soll der Flughafen nun baulich fertiggestellt sein, sagte Flughafen-Technikchef Jörg Marks. Danach folgten die Abnahmen durch die Behörden. "Diese Abnahmeprozesse sind im Detail noch unscharf", dadurch ergebe sich ein "Terminband". Dieses sei in Zusammenarbeit sämtlicher am Bau beteiligter Firmen und Planungspartner entstanden.

Grüne fordern detaillierte Finanzplanung

Den bereits mehrmals erhöhten Kostenrahmen von zuletzt 5,4 Milliarden Euro bezeichnete Marks als "in Ordnung". Der Aufsichtsrat wollte sich auch mit einer möglichen Erweiterung des Flughafens befassen, der für 27 Millionen Passagiere ausgelegt ist. Er wird nach Ansicht Mehdorns bereits zu Beginn überlastet sein.

Der Flughafenchef dringt deshalb auf ein zweites, kleineres Terminal, das 8 bis 10 Millionen Fluggäste pro Jahr zusätzlich bewältigen soll. Ob der Aufsichtsrat dazu einen Beschluss fasste, wurde zunächst nicht bekannt. Ein Nachfolger für den ausgeschiedenen Aufsichtsratschef, den ehemaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), wurde noch nicht gewählt.

Unklar ist auch, ob BER-Chef Mehdorn eine Verlängerung zugestanden wird. Es sind bereits mögliche Nachfolger im Gespräch. Zudem zieht der ehemalige Daimler-Manager Axel J. Arendt für Brandenburg in den Aufsichtsrat ein - ob er auch den Vorsitz übernimmt, steht noch nicht fest.

Aus Sicht der Grünen im Bundestag ist völlig offen, ob das Fiasko um den Flughafen 2017 ein Ende haben wird. "Wir brauchen endlich Klarheit über die Gesamtkosten", forderte Fraktionsvize Oliver Krischer. Ohne eine ordentliche detaillierte Finanzplanung dürfe es kein Geld mehr vom Staat geben.

ts/dpa

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