Donnerstag, 14. November 2019

Investmentfonds fordert Kahlschlag bei Yahoo Marissa Mayer und fast alle Mitarbeiter sollen gehen

Yahoo-Chefin Marissa Mayer: Der Druck auf die Managerin, die gerade erst Zwillinge zur Welt gebracht hat, steigt

Ein an Yahoo beteiligter Investmentfonds hat den Internetkonzern aufgefordert, die Zahl der Arbeitsplätze drastisch zu reduzieren. In einer 99 Seiten langen Präsentation, die am Montag (Ortszeit) verbreitet wurde, verlangte SpringOwl die Streichung von rund 9000 Jobs bei dem Unternehmen, das zuletzt etwa 10.700 Vollzeit-Angestellte und fast 800 weitere Beschäftigte hatte.

Außerdem forderte der Fonds die Absetzung von Konzernchefin Marissa Mayer, die gerade erst Zwillinge zur Welt gebracht hat, sowie mehrerer Verwaltungsratsmitglieder. Zudem sollten eigene Aktien aufgekauft werden, um den Börsenkurs zu stützen.

Mit der Reduzierung der Arbeitskräfte und dem Streichen weiterer Ausgaben, etwa für kostenlose Mitarbeiter-Essen und Feste, könnten mindestens zwei Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) im Jahr gespart werden, argumentierte SpringOwl. Um den Aktienrückkauf zu finanzieren, solle Yahoo seine Finanzreserven anzapfen, Schulden aufnehmen und Immobilien verkaufen, darunter auch den Firmensitz im kalifornischen Sunnyvale.

Wie groß die SpringOwl-Beteiligung an dem Konzern ist, wurde nicht mitgeteilt. Yahoo steht wegen seiner Geschäftsstrategie seit längerem bei einigen Anteilseignern in der Kritik. Unter dem Druck der Aktionäre hatte das Unternehmen vergangene Woche mitgeteilt, dass es auf den Verkauf seiner Beteiligung an dem chinesischen Online-Riesen Alibaba verzichte und stattdessen sein kriselndes Kerngeschäft mit Suchmaschine und Online-Werbegeschäft in ein neues Unternehmen auslagere.

Die Entscheidung ist ein Rückschlag für Konzernchefin Mayer, die eigentlich die milliardenschwere Alibaba-Beteiligung abstoßen und den Erlös an die Aktionäre ausschütten wollte. Mayer war im Sommer 2012 zu Yahoo gekommen, um den strauchelnden Internetkonzern wieder auf Vordermann zu bringen. Es gelang ihr aber nicht, den Rückstand zum Rivalen Google aufzuholen.

ts/AFP

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