Mittwoch, 13. November 2019

Mögliche Elefantenhochzeit von HP und Xerox Wie aus zwei wankenden Riesen eine Erfolgsstory werden soll

Logos von HP und Xerox: Die beiden US-Ikonen prüfen eine Fusion
AFP; picture alliance/XEROX/EPA/dpa
Logos von HP und Xerox: Die beiden US-Ikonen prüfen eine Fusion

Sie sind bekannte Haushaltsnamen mit jahrzehntelanger Historie, tausenden Beschäftigen und haben eines gemeinsam: Ein schrumpfendes Traditionsgeschäft. Dennoch scheint der US-Druckerhersteller Xerox Gefallen am Plan zu finden, mit seinem Konkurrenten HP zusammenzugehen.

Jedenfallls denkt die im US-Staat Connecticut beheimatetet Xerox Holding laut einem Bericht des "Wall Street Journals" darüber nach, HP zu kaufen - das Computer- und Druckergeschäft, das nach der Abspaltung des Unternehmens- und Dienstleistungsgeschäftes vor einigen Jahren vom einstigen Traditionskonzern HP übrig geblieben ist. Doch auch der verbleibende Rest der einstigen US-Ikone ist mit einer Marktkapitalisierung vom rund 27 Milliarden Dollar noch ein stolzer Brocken - und mehr als drei Mal so groß wie Xerox.

Eine Finanzierungszusage einer großen Bank soll sich Xerox schon gesichert haben. Ob die Übernahme tatsächlich zustande kommt, ist zum aktuellen Zeitpunkt aber noch völlig unklar. Ebenso die Details eines möglichen Deals.

Doch eine Übernahme könnte für Xerox durchaus Charme haben. Denn beide Traditionsunternehmen sind in einem schwierigen Umfeld unterwegs. Das Geschäft mit Druckern schrumpft und wird immer weniger lukrativ, weil viele Kunden ihre Tintenpatronen mittlerweile im Internet kaufen - und immer häufiger auf billige No-Name-Produkte setzen. Angesichts der Tatsache, dass es lange vor allem die Patronen waren, die das Geschäft lukrativ machten und die Marge bei den Druckern selbst traditionell eher gering ist, ein beträchtliches Problem.

Entsprechend schrumpfen die Erträge. HPs Druckergeschäft sei wie ein "schmelzender Eiswürfel", brachten es Analysten von Sanford C. Bernstein auf den Punkt. HP versucht mit neuen Preis-Modellen entgegenzusteuern. Und spart auch kräftig in den eigenen Reihen: Im Oktober kündigte HP ein weitreichendes, rund eine Milliarde teures Restrukturierungsprogramm an, in dessen Zuge der Konzern 16 Prozent seiner Beschäftigten abbauen will.

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