Freitag, 26. April 2019

Nach Germania und Air Berlin Aus für den nächsten Billigflieger - Wow Air stellt Betrieb ein

Wow Air hat in Deutschland unter anderem Flüge von Berlin und Frankfurt nach Reykjavik angeboten

Der isländische Billigflieger Wow Air stellt den Betrieb ein. Alle Flüge seien abgesagt, teilte das erst 2011 gegründete Unternehmen am Donnerstag mit. Wow Air hatte vergeblich auf eine Rettung durch Investoren gehofft, auch Gespräche mit dem Konkurrenten Icelandair waren zuletzt gescheitert.

Von Deutschland aus hatte die Gesellschaft unter anderem Flüge von Berlin und Frankfurt nach Reykjavik angeboten. Auf seiner Homepage forderte der Billigflieger seine Passagiere nun auf, sich nach Flügen anderer Gesellschaften umzusehen. Möglicherweise seien diese bereit, Wow-Reisende zu günstigen Tarifen zu befördern. Sollte das der Fall sein, würden entsprechende Informationen veröffentlicht, teilte die Fluggesellschaft weiter mit, die 2018 rund 3,5 Millionen Passagiere befördert hatte.


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Die seit Monaten in Finanzschwierigkeiten steckende Fluggesellschaft hatte in den vergangenen Tagen Gespräche mit Icelandair geführt, nachdem Verhandlungen mit dem Risikokapitalgeber Indigo Partners abgebrochen worden waren. Icelandair hatte im vergangenen Jahr ein Übernahmeangebot an Wow Air zurückgezogen. Im Dezember 2018 hatte Wow Air angekündigt, seine Flugzeugflotte von 20 auf elf Flugzeuge einzudampfen und das Personal um 111 Stellen auf rund 1000 Angestellte zu verringern.

Wow Air ist ein weiteres Opfer des erbitterten Wettbewerbs um Reisende in Europa. Steigende Kosten für Treibstoff belasten die knapp kalkulierenden Billigflieger, während das Überangebot an Flügen auf die Preise drückt. In Deutschland war zuletzt die Fluggesellschaft Germania in die Pleite geflogen, im Sommer 2017 hatte sich Air Berlin verabschiedet. Auch die britischen Billigflieger Flybmi und Primea Air bleiben am Boden.

mg/rtr, dpa

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