Mittwoch, 13. November 2019

Gewinn und Umsatz um 40 Prozent gesteigert Wirecard wächst, Aktie kippt

Wirecard glänzt: Konzernchef Markus Braun stellt erstmals einen Betriebsgewinn von gut einer Milliarde Euro in Aussicht

Der weltweit boomende Onlinehandel füllt bei Wirecard Börsen-Chart zeigen weiter die Kassen. Im dritten Quartal steigerte der Zahlungsdienstleister aus Aschheim bei München erneut Ergebnis und Umsatz. Vorstandschef Markus Braun stellte am Mittwoch für das kommende Jahr erstmals einen Betriebsgewinn von gut einer Milliarde Euro in Aussicht. Wachstumschancen verspricht sich der Dax-Konzern auch vom Markteintritt in den schnell wachsenden chinesischen Markt.

Von Juli bis September legte der Betriebsgewinn (Ebitda) um 43 Prozent auf 211,1 Millionen Euro zu, wie Wirecard mitteilte. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 149,2 Millionen Euro und damit 57,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz stieg um 37 Prozent auf 731,5 Millionen Euro. Analysten hatten jeweils mit weniger gerechnet.

Wirecard-Chef Braun bestätigte die Ziele für das laufende Jahr, wonach der Betriebsgewinn zwischen 765 Millionen Euro und 815 Millionen Euro liegen soll. Die erstmals für 2020 herausgegebene Prognose sieht vor, dass das Ergebnis vor Zinsen und Steuern dann auf 1,0 Milliarden bis 1,12 Milliarden Euro steigt.

Aktie reagiert mit Verlusten

Analyst Knut Woller von der Baader Bank lobte das weiter starke Wachstum aus eigener Kraft beim Zahlungsdienstleister in diesem Jahr. Allerdings sollte erst das Ergebnis der Sonderprüfung der Bilanz den nächsten richtigen Kurstreiber liefern. UBS-Experte Hannes Leitner verwies auf die höhere Bruttoverschuldung trotz starkem Mittelzufluss.

Die Wirecard-Aktie Börsen-Chart zeigen notierte am Mittwoch mit 2,45 Prozent im Minus. Derzeit ist das Papier wieder stark vor allem von Nachrichten abseits des Tagesgeschäfts geprägt, weil immer wieder kritische Berichte der "Financial Times" zu angeblich mangelhafter Bilanzierung Druck auf den Kurs auslösen. Das Unternehmen sieht sich dagegen im Visier von Spekulanten, die mit sinkenden Aktienkursen Geld verdienen wollen.

Der 20 Jahre alte Finanzkonzern, der an der Börse mit 15 Milliarden Euro mehr wert ist als die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, lässt derzeit seine Bilanzen von den Wirtschaftsprüfern von KPMG durchleuchten. Braun geht davon aus, dass die Sonderprüfung im ersten Quartal 2020 abgeschlossen ist.


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Der erst seit Herbst 2018 in der ersten Börsenliga gelistete Konzern wickelt für Einzelhändler, Flug- und Bahnkonzerne sowie Telekommunikationsfirmen auf der ganzen Welt Zahlungen ab und kassiert dafür Gebühren. Von Partnerschaften wie mit Aldi, dem chinesischen Kreditkartenanbieter Unionpay und dem japanischen Technologieinvestor Softbank Börsen-Chart zeigen erhofft sich Wirecard in den kommenden Jahren kräftiges Wachstum.

mg/rtr, dpa-afx

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