Montag, 18. November 2019

Konzern will FT-Vorwürfe entkräften Wirecard beruft KPMG als unabhängigen Sonderprüfer

Wirecard-Chef Markus Braun: Sonderprüfer KPMG hat "uneingeschränkten Zugang zu allen Informationen"

Der Dax-Konzern Wirecard beauftragt den Wirtschaftsprüfer KPMG mit einer unabhängigen Sonderprüfung, um die Vorwürfe wegen der Bilanzierungsmethoden des Konzerns zu entkräften. Ziel sei, alle Vorwürfe, die von der britischen Zeitung "Financial Times" aufgebracht wurden, umfassend und unabhängig aufzuklären, erklärte der Konzern. Die im Dax geführte Wirecard-Aktie ist von 140 auf zuletzt weniger als 115 Euro eingebrochen, seit die "FT" am 15. Oktober einen weiteren Artikel sowie Dokumente über fragwürdige Bilanzierungspraktiken veröffentlichte. Das Unternehmen hat die darin erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen.

Der stark unter Druck stehende Dax-Konzern Wirecard beauftragt den Wirtschaftsprüfer KPMG mit einer unabhängigen Sonderprüfung, um die Vorwürfe wegen der Bilanzierungsmethoden des Konzerns zu entkräften. Vorstand und Aufsichtsrat von Wirecard Börsen-Chart zeigen haben sich entschlossen, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer unabhängigen Untersuchung zu beauftragen, teilte Wirecard am Montag mit. manager magazin hatte bereits am Freitag von der geplanten Sonderprüfung berichtet. Ziel sei, alle Vorwürfe, die von der britischen Zeitung "Financial Times" aufgebracht wurden, umfassend und unabhängig aufzuklären, teilte Wirecard am Montag mit.

Die Untersuchung soll unverzüglich beginnen. KPMG werde zu gegebener Zeit einen Untersuchungsbericht vorlegen und sei allein dem Aufsichtsrat gegenüber verpflichtet. KPMG habe uneingeschränkten Zugang zu allen Informationen auf allen Konzernebenen. Wirecard-Aufsichtsratschef Wulf Mathias hatte zuvor gegenüber der "FT" noch gesagt, für eine Sonderprüfung bestehe kein Grund. Nun kommt die Sonderprüfung doch.

Wirecard-Aktie startet Erholungsversuch

Das Ergebnis des Berichts von KPMG werde veröffentlicht, hieß es weiter. Thomas Eichelmann, Vorsitzender des Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat und früherer CFO der Deutsche Börse AG, wird die Untersuchung auf Wirecard-Seite begleiten. Die Aktie von Wirecard Börsen-Chart zeigen, die in der vergangenen Woche erneut eingebrochen war, startete am Montag im frühen Handel einen Erholungsversuch und legte um rund 4 Prozent auf 118 Euro zu.

"Wir haben volles Vertrauen in die bisherigen Prüfungshandlungen und deren Ergebnisse", sagte Aufsichtsratschef Mathias. " Wir gehen davon aus, dass die erneute unabhängige Prüfung dazu führt, alle weiteren Spekulationen endgültig zu beenden." Vorstandschef Markus Braun zeigte sich am Montag " überzeugt, dass durch die unabhängige Untersuchung das Vertrauen in unser Geschäft gestärkt wird."

Der reguläre Auditor des Konzerns ist EY. Das neue Mandat für einen anderen Prüfer soll dem externen Prüfbericht die größtmögliche Glaubwürdigkeit verleihen.

Die im deutschen Leitindex geführte Wirecard-Aktie ist von 140 auf zuletzt weniger als 115 Euro eingebrochen, seit die "Financial Times" am 15. Oktober einen weiteren Artikel sowie Dokumente über fragwürdige Bilanzierungspraktiken veröffentlichte. Das Unternehmen hat die darin erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Die bei der Deutschen Bank für Wirecard zuständige Aktienanalystin Nooshin Nejati hatte infolge des Artikels gefordert, dass Wirecard-Auditor EY einen Sonderbericht über die Vorwürfe vorlegen solle. Mit der Mandatierung eines externen Prüfers geht Wirecard-Vorstandschef Markus Braun nun über diese Forderungen hinaus.

la/dpa-afx

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