Sonntag, 19. Januar 2020

Aktie steigt Wirecard startet Aktienrückkauf

Wirecard-Chef Markus Braun: Aktienrückkauf startet, Aktie steigt

Der Zahlungsdienstleister Wirecard Börsen-Chart zeigen hat am Montag weitere Details zu seinem bereits angekündigten Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 200 Millionen Euro bekannt gegeben. Die Aktie von Wirecard legte innerhalb eines positiven Börsenumfelds deutlich zu und setzte damit ihre Erholung fort: manager magazin hatte Mitte Oktober gemeldet, dass das Unternehmen einen unabhängigen Sonderprüfer beauftragt hat, um den Vorwürfen der "FT" entgegenzutreten.

Der bereits angekündigte Aktienrückkauf in Höhe von 200 Millionen Euro, den Wirecard mit dem Einstieg von Softbank über eine Wandelanleihe anvisiert hatte, soll an diesem Dienstag starten. Zunächst hatte Wirecard rund ein Drittel der Einnahmen von 900 Millionen für Rückkäufe in Aussicht gestellt. 340 Millionen Euro hat Wirecard eingesetzt, um Schulden abzubauen.

Wirecard-Chef Markus Braun wies jetzt die Vorwürfe der Bilanzfälschung, welche die Zeitung "Financial Times" ("FT") erhoben hatte, erneut zurück. "Die Darstellungen in der FT sind falsch", diktierte Braun dem "Handelsblatt" in den Block. "Wir haben nach Erscheinen des Artikels die dort erwähnten Sachverhalte vorsichtshalber noch einmal überprüft, insbesondere den Vorwurf, dass Umsätze nicht richtig verbucht wurden", sagte Braun. "Wir sind in die Substanz der Rechnungslegung gegangen und haben diese für 2016, 2017 und 2018 überprüft. Mit dem Ergebnis, dass alle Umsätze korrekt verbucht wurden und alle Geschäftsbeziehungen authentisch sind."

Mitte Oktober hatte ein neuer Bericht der britischen Wirtschaftszeitung inklusive angeblicher interner Wirecard-Dokumente nahegelegt, dass Töchter des Dax -Konzerns in Dubai und Irland zu hohe Umsätze ausgewiesen haben könnten. Wirecard hatte den Artikel bereits als "falsch und verleumderisch" zurückgewiesen. Das Unternehmen hat eine Sonderprüfung durch den Wirtschaftsprüfer KPMG in Auftrag gegeben, um Zweifel auszuräumen. Die Ergebnisse der auf einige Monate veranschlagten Untersuchung sollen veröffentlicht werden.

Braun zweifelt Echtheit der FT-Dokumente an

Seit geraumer Zeit veröffentlicht die Londoner Zeitung kritische Berichte zu dem Finanztechnologiekonzern aus Aschheim bei München, die den Aktienkurs immer wieder unter Druck bringen. Ende Januar hatte das Blatt Untersuchungen bei einer Tochter in Singapur öffentlich gemacht. Auch damals hatte Wirecard-Chef Braun, der mit 7 Prozent das größte Aktienpaket an der Firma hält, die Berichterstattung als falsch zurückgewiesen. Letztlich musste das Unternehmen nach einer Prüfung durch eine Anwaltskanzlei einräumen, dass in geringem Umfang Umsätze falsch verbucht wurden.

Braun zweifelt auch die Echtheit der von der "FT" im Rahmen der Berichterstattung veröffentlichen Dokumente an. "Unsere Dubai-Töchter verwalten tausende Geschäftsbeziehungen, und wir haben sämtliche dahinterliegenden Transaktionen, die unseren Umsatz konstituieren, überprüft", sagte Braun. Was sich hinter den in den Dokumenten benutzten und laut Zeitung angeblichen 34 Kundennamen verbirgt, darüber wollte Braun "nicht spekulieren". "Meine Aufgabe ist es, das offizielle Reporting zu kommentieren, nicht irgendwelche Excelsheets, deren Herkunft wir nicht nachvollziehen können."

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