Samstag, 25. Januar 2020

Willie Walsh hört im März auf British-Airways-Mutter IAG bekommt spanischen Chef

Willie Walsh (Bild Archiv), Chef der BA-Mutter IAG, geht in den Ruhestand. Nachfolger wird der Chef der IAG-Airline Iberia, Luis Gallego.

Die British-Airways-Mutter International Airlines Group (IAG) bekommt einen neuen Chef. Der bisherige Konzernlenker Willie Walsh (58) habe entschieden, seinen Posten am 26. März zu räumen und werde am 30. Juni dieses Jahres in den Ruhestand gehen, teilte IAG am Donnerstag mit. Der bisherige Iberia-Chef Luis Gallego werde der Nachfolger von Walsh, hieß es weiter.

Auch seine Rolle im Aufsichtsrat der Airline-Gruppe werde Walsh bereits Ende März aufgeben. Unter der Führung von Walsh sei die IAG durch die Fusion von British Airways und der spanischen Iberia entstanden und zu einer der führenden Gesellschaften in der weltweiten Luftfahrt geworden, befand IAG-Verwaltungsratschef Antonio Vazquez. Walsh orchestrierte die Verschmelzung von BA und Iberia zu IAG 2011 und den Zukauf von Aer Lingus 2015.

Der künftige IAG-Chef Gallego sei der richtige Mann, um das Unternehmen in die Zukunft zu führen und die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen. Sein Nachfolger bei Iberia werde zu gegebener Zeit verkündet.

Im November hatte IAG bekanntgegeben, beim Ausbau ihres Flugangebots und ihren Gewinnplänen in den kommenden Jahren auf die Bremse zu treten. Streiks bei der Tochter British Airways hatten im vergangenen Sommer am Konzerngewinn gezehrt.

Zu IAG gehören neben British Airways und Iberia auch die spanische Vueling, die einstige irische Staatsfluglinie Aer Lingus und die Eigengründung Level. Zuletzt hatte Walsh auch die Übernahme der spanischen Air Europa angekündigt.

Dass ein Spanier die Führung übernimmt, könnte symbolische Bedeutung im Brexit-Prozess bekommen. IAG droht der Verlust der EU-Fluglizenzen im Extremfall auch für die irischen und spanischen Tochterfirmen, falls es nach der Übergangsfrist zum Jahresende kein Abkommen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union oder einseitige Ausnahmeregeln gibt.

Als im vergangenen Jahr schon einmal ein No-Deal-Brexit nahte, hatte die EU-Kommission den Standpunkt vertreten, IAG habe nach dem Austritt der Briten als Unternehmen aus einem Drittstaat keinen Anspruch auf die Lizenz. Die Holding sitzt zwar formell in Madrid, wird aber bislang aus London geführt und die Mehrheit des Kapitals gehört Eignern von außerhalb der 27 verbleibenden EU-Staaten.

Mit Walsh verliert der US-Flugzeughersteller Boeing einen wichtigen Verbündeten, der ihm in der Krise beisteht. Für Schlagzeilen sorgte der frühere Boeing-Pilot, als er im Verlauf der Pariser Luftschau ankündigte, 200 Boeing 737 Max kaufen zu wollen - ausdrücklich, um die Dominanz des europäischen Rivalen Airbus zu brechen. Die Produktion des zweifachen Unglücksfliegers hat Boeing vorerst eingestellt.

rei/ak/dpa

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