Dienstag, 22. Oktober 2019

Piketty-Diskussion Die wundersame Auferstehung des Wirtschaftsbuchs

6. Teil: Michael Lewis - der Surfer

Michael Lewis: Der Herr in der obigen Mitte ist der umtriebige Lewis

Michael Lewis - der Surfer: Der Mann schreibt wie ein Surfer. Er weiß genau, wann sich eine Welle aufbaut, wann er lospaddeln muss - und wann die Welle bricht. Denn schon sein "Liars poker" war ein Renner, auch sein "The big short" wurde gern gelesen. Und "Flash Boys" über den Hochfrequenzhandel war ein Erfolg mit Ansage - immerhin gelang es Lewis, bereits vorab höchst erfolgreich in Talkshows für sein Buch zu werben:

Dazu brach er etwa beim TV-Sender CNBC einen Streit mit William O'Brian, Präsident des Börsenbetreibers BATS, vom Zaun. 20 Minuten ging es hin und her, am Ende murrte O'Brian, Lewis wolle doch nur sein Buch verkaufen. Das zeigt einen weiteren Grund für die Popularität bestimmter Wirtschaftsbücher - Aufmerksamkeit schafft weitere Aufmerksamkeit. Anders gesagt: Schafft es ein Autor in die Medien, hat er schon einiges gewonnen. Bizarrerweise sind es also börsenpsychologische Argumente, die den Erfolg von Börsenbüchern erklären. Denn wenn alle eine Aktie kaufen beziehungsweise ein Buch - dann können sie ja nicht irren.

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