Dienstag, 22. Oktober 2019

Piketty-Diskussion Die wundersame Auferstehung des Wirtschaftsbuchs

2. Teil: Die zornigen Männer und ihre Bücher

Zum ersten - es handelt sich um so etwas wie eine literarische Punktlandung, die viel mit Glück zu tun hat. Denn immerhin dauert es, ein Buch zu schreiben und oftmals ist der Zeitgeist dann schon enteilt, auf zu einer neuen Diskussion.

Zum zweiten - die begehrten Bücher treffen oftmals nicht nur die Ratio, sondern auch das Gefühl. Stéphane Hessel schrieb sein Büchlein "Empört Euch" auch als Reaktion auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit im Süden Europas. Eines der Themen, das vielen Menschen am Herzen liegt, über das viele diskutieren.

Selbst ein recht sperriges Buch wie Daniel Kahnemans "Schnelles Denken, langsames Denken" schaffte es zwischenzeitlich auf die Liste der "Spiegel"-Bestseller. Denn es beschreibt die Macht der Psychologie auch über Profianleger - und damit deren Fehlbarkeit. Und drittens: Das Buch macht Neugier auf ein Thema, das viele Menschen zumindest grundsätzlich interessiert. Das Verhalten von Banken zum Beispiel oder politische Verfehlungen.

Oder wie bei Piketty, der über die Konzentration immer höherer Vermögen in den Händen immer weniger Menschen berichtet und in Konsequenz dessen eine internationale Vermögensteuer fordert. Die aktuelle Auseinandersetzung mit der "FT" dürfte die Bekanntheit des Buchs nur weiter steigern. Die Zeitung warf dem Ökonomen vor, seine Schlussfolgerungen seien von den eigenen Daten nicht gedeckt, andere widersprechen vehement.

Ein Erfolgsrezept sind aber auch diese drei Voraussetzungen nicht. Denn pro Jahr kommen hunderttausende Bücher weltweit auf den Markt. 2012 waren es allein in Deutschland 91.100 Bücher, rechnet der Börsenverein des deutschen Buchhandels vor. Und nicht einmal eine Handvoll von ihnen schafft es, zum Phänomen zu werden. Fünf Buchautoren und die Gründe für ihren Erfolg.

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