Montag, 23. September 2019

Zuckerberg-Firma misst Video-Zeiten falsch Wie Facebook 2 Jahre lang seine wichtigsten Kunden täuschte

Facebook-Chef Zuckerberg mit Mitarbeitern: Die Webfirma machte gegenüber Kunden zwei Jahre lang drastisch falsche Angaben

Peinliche Panne beim weltgrößten sozialen Netzwerk Facebook: Wie das Unternehmen gegenüber seinen Werbekunden eingestehen musste, hat es zwei Jahre lang die Zeiten, die Nutzer damit verbrachten, Werbevideos zu schauen, um ein Vielfaches zu hoch angegeben.

Facebook habe bereits vor einigen Wochen auf einer Website für Werbekunden eingeräumt, dass die Methode, mit der das soziale Netzwerk die durchschnittliche Dauer des Video-Schauens seiner Nutzer misst, in den vergangenen zwei Jahren fehlerhaft war, berichtet das "Wall Street Journal".

Der Zeitung zufolge wurden die Zeiten künstlich aufgebläht, und zwar um bis zu 80 Prozent. Der Grund: In die Messung wurden fälschlicherweise lediglich jene Videos einbezogen, die länger als drei Sekunden liefen.

Filme, die bereits nach kürzerer Zeit wieder gestoppt wurden, flossen dagegen in die Kalkulation der Durchschnittszeiten nicht ein, so das "WSJ". Facebook habe den Fehler eigenen Angaben zufolge inzwischen behoben und einen neuen Algorithmus eingeführt.

Werberiese kritisiert Facebook

Für Facebook ist die Panne mehr als unangenehm. Ohnehin wird das Unternehmen regelmäßig für seine Intransparenz kritisiert. Auch Kunden hatten in der Vergangenheit moniert, dass der Erfolg von Werbung auf Facebook kaum von unabhängiger Seite überprüft werde.

Die US-Plattform "Business Insider" zitiert etwa Martin Sorrell, den Chef der weltgrößten Werbeholding WPP, mit der Forderung an Medienriesen wie Facebook oder Google, nicht "ihre eigenen Hausaufgaben zu benoten". "Der Schiedsrichter und der Spieler können nicht dieselbe Person sein", so Sorrell. Ähnlich äußert sich auch Keith Weed, Marketingchef beim Konsumgüter-Konzern Unilever.

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