Nach dem Streik ist vor dem Streik Weselsky: "Die Bahnkunden haben eine Pause verdient"

Von mm-newsdesk
GDL-Chef Weselsky: Klingt so, als wäre es nicht der letzte GDL-Streik in diesem Jahr gewesen - und auch die EVG könnte bald in den Ausstand treten

GDL-Chef Weselsky: Klingt so, als wäre es nicht der letzte GDL-Streik in diesem Jahr gewesen - und auch die EVG könnte bald in den Ausstand treten

Foto: REUTERS

Nach dem Ende des Lokführerstreiks hat die Deutsche Bahn am Sonntag ihren Betrieb schrittweise wieder hochgefahren. Ab Montag solle im Personenverkehr wieder der Normalbetrieb erreicht werden, teilte der Konzern mit. Im Güterverkehr dagegen werde sich der Streik noch tagelang auswirken, da sich viele Güter in den Rangierbahnhöfen stauten.

Der Konzern erklärte, dass ab Sonntagnachmittag bei den S-Bahnen und im Regionalverkehr ein Großteil der Züge wieder regulär fahren sollte. Im Fernverkehr und vor allem in Ostdeutschland, wo die Lokführergewerkschaft GDL sehr viele Mitglieder hat, gebe es noch stärkere Einschränkungen.

Die GDL stellte eine Streikpause in Aussicht. "Das Land und die Bahnkunden haben jetzt eine Pause verdient - und die Bahn eine Nachdenkpause zum Reagieren", sagte Gewerkschaftsboss Claus Weselsky der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Wie lange die Pause dauern soll, ließ er offen. Momentan gebe es keine Pläne für einen neuen Ausstand, sagte Weselsky lediglich mit Blick auf den seit Monaten andauernden Tarifstreit mit der Bahn. Er fügte hinzu: "Unbegrenzte Streiks sind das allerletzte Mittel, so weit sind wir noch lange nicht."

EVG schließt baldigen Streik nicht aus

Die Lokführer hatten ab Montag im Güter- und ab Dienstagmorgen im Personenverkehr die Arbeit ruhen lassen. Es war der längste GDL-Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn.

Allerdings erwägt nun die deutlich größere Bahn-Gewerkschaft EVG einen Arbeitskampf. Ihr Vorsitzender Alexander Kirchner sagte der FAS, es gebe noch zwei Verhandlungstermine mit der Bahn im Mai, dann müsse ein Abschluss erreicht sein. "Wenn wir nicht vorankommen, schließen wir Streik nicht aus", sagte Kirchner. "Aber wir streiken nicht, nur weil andere streiken."

Die Tarifgespräche mit der Bahn sind schwierig, da die GDL und die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) teils für dieselben Beschäftigtengruppen Abschlüsse erzielen wollen. Ziel der Bahn ist es aber, für GDL- und EVG-Mitglieder vergleichbare Verträge zu schließen. Insgesamt arbeiten bei der Deutschen Bahn rund 20.000 Lokführer, um deren Mitgliedschaft beide Gewerkschaften konkurrieren.

ts/Reuters
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