Mittwoch, 18. September 2019

Weniger Kupferdiebstähle Preisverfall hilft Bahn, Telekom und Co.

Diebstahlsicherung: Drohnen bringen künstliche DNA auf Kupferkabel der Telekom auf

Der Kupferpreis fällt und mit ihm die Zahl der Metalldiebstähle bei Bahn, Telekom und Vattenfall. Doch nicht nur das schreckt Langfinger ab - die Konzerne schützen sich inzwischen auch mit ausgefeilten Methoden.

Berlin - Der weltweite Preisverfall bei Rohstoffen raubt Kupferdieben die kriminelle Energie. Im ersten Halbjahr 2013 stahlen sie im Vergleich zum Vorjahr nur noch halb so viel Buntmetall, wie die Bundespolizei mitteilte. "Das Thema ist abhängig vom Preis, den man damit erzielen kann", sagte Peter-Michael Kessow, Vize-Präsident der Bundespolizei-Direktion Berlin.

Die Deutsche Bahn, einer der Hauptleidtragenden des Kupferklaus, beobachtet entsprechend eine ähnliche Entwicklung: So habe es bundesweit 43 Prozent weniger Fälle als im ersten Halbjahr 2012 gegeben.

Ähnliches gilt für die Verspätungsminuten für die Bahnkunden, die sie wegen fehlender Signalkabel und stillgelegter Stellwerke in Kauf nehmen mussten: Waren es im ersten Halbjahr 2012 noch insgesamt über 180 Stunden, sackte die Zahl 2013 auf gut 100 Stunden.

Zwar werden andere Metalle wie Aluminium ebenfalls gestohlen. Kabel oder Rohre aus Kupfer sind jedoch seit langem am Begehrtesten: Der Kupferpreis hatte Anfang 2011 mit über 10.000 Dollar je Tonne einen Rekordpreis erreicht. Entsprechend alarmierten auch die Kupferdiebstähle in Deutschland und in anderen europäischen Staaten die Behörden. 2012 gingen Preis und Diebstähle bereits leicht zurück. In diesem Jahr kostete Kupfer lange wieder unter 7000 Dollar.

Künstliche DNA für Kupferkabel

Die Bahn gründete mit Unternehmen wie der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen oder dem Stromversorger Vattenfall Börsen-Chart zeigen eine Sicherheitspartnerschaft und reagierte auf die steigenden Diebstähle.

So wurde eine sogenannte künstliche DNA für Kupferkabel eingesetzt. Dies ist ein unsichtbarer Lack, der mit Speziallampen und Mikroskop der Behörden erkannt werden kann. Das Material ist so etwa bei Verdächtigen oder Schrotthändlern wieder zu identifizieren. Dabei erscheint etwa unter dem Mikroskop ein Hologramm mit dem DB-Logo sowie ein Code, der damit den den Ort des Diebstahls verrät.

Ferner weitete die Polizei die Fahndung aus und setzte auch Polizeihubschrauber mit Wärmebildkameras ein. Auch dies habe Diebe abgeschreckt, erklärten Bahn und Polizei.

Der Materialschaden für die Bahn betrug 2012 rund 17 Millionen Euro. Allerdings kommen dazu die Kosten für Reparaturen und Überwachung sowie Zugverspätungen und Ausfälle. Die Täter seien meist Banden aus Rumänien oder Polen, sagte Kessow. So sei Ostdeutschland wegen der Nähe zu den Heimatländern ein Schwerpunkt bei den Diebstählen. In den vergangenen Wochen sei wieder ein leichter Anstieg der Fälle zu verzeichnen gewesen, berichtete Kessow. Es sei aber noch zu früh, um einen Zusammenhang mit den zuletzt ebenfalls wieder gestiegenen Kupferpreis herzustellen.

ts/rtr

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