Mittwoch, 23. Oktober 2019

Werbelegende Wie Coca-Cola den Weihnachtsmann nicht erfand

Der Weihnachtsmann: Cokes bester Verkäufer
Coca-Cola

Jedes Kind weiß, dass Coca-Cola den modernen Weihnachtsmann erfunden hat. Doch war es wirklich so? Und warum fährt er heute eigentlich Lkw? Was Sie noch nicht über Santa Claus wussten - und von Coca-Cola auch nie erfahren würden.

Hamburg - Wann genau die Weihnachtszeit beginnt, lässt sich zwar nicht exakt bestimmen. Es gibt aber einiges, das zumindest andeutet, dass die Zeit der Besinnlichkeit naht. In den Büros verstopfen unpersönliche Grußkarten die Papierkörbe. Beim Einkaufen klingt es irgendwie nur noch nach Whams "Last Christmas I gave you my heart". Und Zuhause häufen sich die Fragen der Kinder nach Playstation, Xbox und Wii.

Das wohl untrüglichste Zeichen der nahenden Weihnachtstage sind jedoch jene Coca-Cola-Werbespots, in denen ein pausbäckiger Weihnachtsmann alle Jahre wieder eine Schneekugel in der Hand hält, mit der er - scheinbar allmächtig - die Welt so gestaltet wie es ihm gefällt.

Ja, so sieht er aus, der Weihnachtsmann. Roter Umhang, schwarze Gürtelschnalle, weißer Rauschebart und Zipfelmütze. So hat ihn der größte Brausekonzern der Welt schon im Jahre 1931 erfunden. Das weiß heute jedes Kind. Oder doch nicht? Spätestens der Umstand, dass der Weihnachtsmann seit 1987 in einem mit Lichterketten geschmückten US-Truck durch Deutschland fährt, sollte stutzig machen.

Wo bleibt der Schlitten, wo die Rentiere, allen voran Rudolph mit der roten Nase?

Wenig Interesse am rotnasigen Rudolph

Dass der Coke-Konzern wenig Interesse daran hat, den Mythos um Rudolph aufrecht zu erhalten, ist verständlich. Hat sich doch um die Erfindung des fliegenden, von Rentieren gezogenen Weihnachtsschlittens ein ganz anderes US-Unternehmen verdient gemacht: die Kaufhauskette Montgomery Ward, einst einer der größten Handelskonzerne Amerikas.

Dessen Geschäftsführung hatte seit den 1930er Jahren damit begonnen, Kindern zu Weihnachten Malbücher zu schenken. Hatte das Unternehmen die Bücher lange Zeit bei Verlagen eingekauft, entschied die Geschäftsführung im Jahr 1939, es auch einmal selbst mit einem Entwurf zu probieren.

Robert Lewis May, der bis dahin Werbeanzeigen für die Kaufhauskette gestaltet hatte, wurde mit dieser Aufgabe betraut. May kannte sich gut mit Kindererzählungen aus. Und besonders erinnerte er sich an ein Gedicht des New Yorker Poeten und Gelehrten Clement Clarke Moore. Dieser hatte schon hundert Jahre zuvor, 1823, ein Gedicht unter dem Titel "A Visit from St. Nicholas" ("Ein Besuch vom Sankt Nikolaus") veröffentlicht.

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