Sonntag, 8. Dezember 2019

Ankerinvestor Was Scheich Hamad bin Dschassim mit der Deutschen Bank vorhat

Scheich Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani: Der Scheich aus Katar wird mit einem Anteil von knapp 6 Prozent bald größter Einzelaktionär der Deutschen Bank sein

Scheich Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani soll neuer Ankerinvestor der Deutschen Bank werden. Der Scheich aus Katar hätte deutlich mehr Anteile an dem Institut als der bisher größte Einzelaktionär Blackrock. Wird er auch mehr Einfluss nehmen?

Hamburg - Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani gehörte lange der Regierung des Golf-Emirats an und war bis 2013 auch Verwalter der staatlichen Investmentgesellschaft Katars, die unter anderem Großaktionär beim Dax-Konzern Volkswagen Börsen-Chart zeigen ist.

Er beteiligte sich aber auch privat an Unternehmen - wie wohl jetzt im Fall der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen Bank. Offiziell ist seine Investmentgesellschaft Paramount Services Holdings der neue Investor. Das Emirat Katar verfügt über gewaltige Erdgas- und auch Erdölvorkommen.

Bisher war die US-Vermögensverwaltung Blackrock mit einem Anteil von gut fünf Prozent der einzige Großaktionär der Deutschen Bank, der über der gesetzlichen Meldeschwelle von drei Prozent lag.

Blackrock ist als Anbieter von Indexfonds jedoch an fast allen Dax-Konzernen beteiligt und nimmt keinen Einfluss auf die Unternehmensstrategie. Ob sich auch der Scheich auf gleiche Weise zurückhalten wird, ist offen - immerhin könnte sein Anteil von knapp 6 Prozent durch die geplante Kapitalerhöhung noch wachsen. Seine Beteiligung erfolgt zudem nicht wie bei Blackrock über Indexfonds, sondern direkt.

Kapitalerhöhung: Neue Aktien mit 32 Prozent Abschlag

Parallel zur Ankündigung der Kapitalerhöhung senkte die Deutsche Bank wegen niedriger Zinsen, neuer Auflagen und anhaltender Prozessrisiken ihre Ziele zum Teil kräftig oder schob sie nach hinten. Im Geschäft mit Privatkunden und in der Zahlungsabwicklung wurden die Ziele für das Vorsteuerergebnis im Jahr 2015 insgesamt um rund eine Milliarde Euro zurückgeschraubt.

Auch dürften die Kosten für die Abarbeitung der Skandale aus der Finanzkrise weiterhin auf das Ergebnis drücken. Daher dürften die bisher für 2015 angepeilten Ziele für die Eigenkapitalrendite und die Kostenquote erst im Jahr darauf erreicht werden.

Die neuen Papiere aus der Kapitalerhöhung werden mit einem deutlichen Abschlag angeboten, der bei Transaktionen in dieser Größenordnung gewöhnlich bei rund 30 Prozent liegt. Das angepeilte Volumen von 6,3 Milliarden Euro und die angekündigte Zahl neuer Aktien deuten nach Berechnungen der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX auf einen Preis von rund 21 Euro hin - das wäre ein Abschlag von knapp 32 Prozent zum Kurs vom Freitagabend.

Die genauen Konditionen und auch das Bezugsverhältnis dafür stehen noch nicht fest. Die Bank will am 5. Juni einen Wertpapierprospekt mit den Details veröffentlichen. Bis Ende Juni soll dann die Kapitalerhöhung abgeschlossen sein. Dann soll die Kapitalquote auf 11,8 Prozent nach zuletzt 9,5 Prozent steigen.

la/dpa-afx

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