Berkshire mit 50 Milliarden Dollar Nettoverlust Buffett stößt sämtliche Anteile an US-Airlines ab

Warren Buffett: Der 89jährige Anlageguru hat sämtliche Beteiligungen an den vier größten US-Airlines abgestoßen - mit Verlust

Warren Buffett: Der 89jährige Anlageguru hat sämtliche Beteiligungen an den vier größten US-Airlines abgestoßen - mit Verlust

Foto: JOHANNES EISELE / AFP

Investorenlegende Warren Buffett glaubt nicht an eine rasche Erholung der Luftfahrt - und verkauft, entgegen seiner Maxime, im großen Stil Airline-Anteile mit Verlust: Buffetts US-Investmentfirma Berkshire Hathaway hat sich im ersten Quartal von sämtlichen Anteilen an den vier größten US-Fluggesellschaften getrennt. Berkshire habe ihre Beteiligungen an Delta Air Lines, United Airlines, Southwest Airlines und American Airlines veräußert, sagte Buffett am Samstag auf der virtuellen Hauptversammlung.

Seine Gesellschaft hatte rund sieben bis acht Milliarden Dollar in den Aufbau der Anteile investiert. Die Summe habe Berkshire beim Verkauf aber nicht wieder erzielen können, ergänzte Buffett. Die Luftfahrtbranche wurde von der Coronavirus-Pandemie hart getroffen. Per Ende 2019 hielt Berkshire elf Prozent an Delta Air Lines, zehn Prozent an American Airlines, neun Prozent an United Airlines und rund zehn Prozent an Southwest Airlines.

Berkshire Hathaway ist an etwa 90 Firmen unterschiedlichster Branchen beteiligt. Die Firma hält etwa Anteile an Apple, Coca-Cola sowie dem Ketchup-Hersteller Kraft Heinz. Buffett steht seit 1965 an der Spitze von Berkshire Hathaway und hat das Unternehmen mit zahlreichen renditeträchtigen Investments zu einem der weltgrößten Anleger aufgebaut.

Betriebsgewinn im ersten Quartal gestiegen - doch Rekordverlust wegen Corona

Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat den Betriebsgewinn im ersten Quartal trotz der Corona-Krise deutlich gesteigert. Verglichen mit dem Vorjahreswert kletterte das Ergebnis in den drei Monaten bis Ende März um rund sechs Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar (5,3 Mrd Euro), wie Berkshire Hathaway am Samstag in Omaha mitteilte. In der wichtigen Versicherungssparte legten die Einnahmen kräftig zu.

Beim Nettoergebnis verzeichnete Berkshire Hathaway  indes einen Rekordverlust von 50 Milliarden Dollar, da die jüngsten Börsenturbulenzen rund um den Corona-Crash viele Aktien der Beteiligungsgesellschaft massiv ins Minus brachten.

Als Gradmesser für den Geschäftsverlauf gilt diese Kennziffer jedoch als ungeeignet, da sie durch den Ausweis unrealisierter Investmentgewinne und -verluste verzerrt ist und enorm schwankt. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum hatte es hier einen Überschuss von 21,7 Milliarden Dollar gegeben.

Der Druck auf den 89-jährigen Buffett, die hohen Geldreserven von Berkshire Hathaway zu investieren, wird in der Krise indes nicht geringer. Zum Quartalsende saß der Börsen-Guru auf liquiden Mitteln in Höhe von 137 Milliarden Dollar, das waren fast 10 Milliarden mehr als ein Vierteljahr zuvor.

Leitfaden von A-Z: So denken Sie wie Warren Buffett

An den Finanzmärkten wird schon seit Jahren auf seinen nächsten großen Deal hin gefiebert. Buffett tut sich mit Zukäufen seit langem schwer, da ihm die Bewertungen zu hoch sind.

Zur Corona-Krise hat die Investorenlegende sich bislang relativ bedeckt gehalten. Während der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway ging Buffett in einer knapp fünfstündigen Diskussion mit seinen - online zugeschalteten - Anlegern und Fans jedoch ausführlich auf die Corona-Pandemie ein und gab sich wie gewohnt patriotisch: Das Virus sei eine enorme Herausforderung und dürfte die globale Konjunktur empfindlich bremsen, sagte Buffett. Er glaube jedoch fest an die Fähigkeit der USA, sich von diesem Rückschlag zu erholen - die USA habe schließlich auch andere Krisen gemeistert. "Ich werde mein Leben lang immer auf Amerika wetten und nie dagegen", sagte Buffett.

la/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.